OB-Wahl OB in Nasgenstadt auf Wahlkampftour

Die Dialog-Tour führte OB Alexander Baumann gestern durch Nasgenstadt.
Die Dialog-Tour führte OB Alexander Baumann gestern durch Nasgenstadt. © Foto: Christina Kirsch
Nasgenstadt / Christina Kirsch 05.09.2018

Verstärktes Verkehrsaufkommen, in die Jahre gekommene Straßen und die innerörtliche Wohnraumsituation kamen gestern bei der Dialog-Tour von Oberbürgermeister Alexander Baumann in Nasgenstadt zur Sprache. Was die Nasgenstadter am meisten nervt, ist nach den Berichten von Ortsvorsteherin Heike Heinrich die Borst-Kreuzung, die jedoch keine städtische Angelegenheit ist.

„Die Ortsumfahrung Rißtissen kommt und der Neubau der Kreuzung auch“, stellte OB-Kandidat Baumann kurzerhand fest. „Die Pläne dazu liegen nicht in unseren Schubladen“. Straßenbaulastträger ist dort der Bund, aber man habe die Maßnahme im Blick, beschwichtigte er die fünf Ortschaftsräte und die fünf Bürger, die mit dem OB vom Rathaus die Kapellenstraße entlang liefen und über die Haldenstraße wieder den Rückweg antraten. Am Ende der Schmiedgasse Richtung Donau wünschten sich Bürger auf städtischen Grund zwei weitere Parkplätze, für die zwei Birken weichen müssten. Bei näherem Hinsehen gibt es allerdings Parkplätze. So habe einer der Bewohner drei Parkplätze und nur ein Auto, erfuhr der Spaziergänger.

Pro und Contra Straßenpflaster

Andere Anwohner parken lieber auf der Straße als auf ihrem Grundstück, wieder andere parken so verkehrswidrig auf der Straße, dass der Stadtbus kaum  durchkommt. „Muss man hier die Leute vor sich selber schützen?“, fragte Baumann etwas rhetorisch. Die Anregung, die Kapellenstraße durch Pflastersteine optisch zu beruhigen, konterte das Stadtoberhaupt mit der Bemerkung, andernorts rege man sich schon über Pflastersteine an Kreuzungen auf. Das war ein Frankenhofener Landwirt, dem die Pflastersteinzone in der neu gebauten Ortsdurchfahrt zu uneben war, so dass ihm Mist vom Ladewagen fiel. Was allerdings eine Sache der Geschwindigkeit ist.

Heike Heinrich erwähnte lobend, dass die Kapellenstraße durch die Umleitung der Radfahrer auf dem Donauradwanderweg deutlich entlastet werde. Bergab fahren die Radler seit einem halben Jahr die Alte Steige, bergauf werden sie die Kapellenstraße entlanggeführt.

Die Hinweise, dass die Haldenstraße saniert werden müsse, ließ Baumann nur bedingt gelten. „Der Zustand des Kanals ist mir nicht präsent, aber zum Straßenbelag lässt sich sagen, dass wir in Ehingen Straßen in schlechterem Zustand haben.“ Das vorhandene Schlagloch  werde selbstverständlich repariert.

Auch in Nasgenstadt ist der Bestandsschutz ehemals landwirtschaftlicher Gebäude ein Thema. „Das sind momentan Hürden, die wir nicht überwinden können“, bedauerte der OB-Kandidat. Zwar sie eine Gesetzesänderung in Arbeit, aber selbst wenn der Bestandsschutz bei einem nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Gebäude nach einer Wartezeit von beispielsweise sechs Jahren ablaufe, „zählt diese Wartezeit ab Inkrafttreten des Gesetzes“. Man habe also auf jeden Fall mit jahrelanger Wartezeit zu rechnen, „es sei denn, der Besitzer verzichtet auf den Bestandsschutz“. Doch dass jemand freiwillig auf ein Recht verzichtet, das er nicht in Anspruch nimmt, sei nicht nur bei Schwaben eine Seltenheit. Angemahnt wurde auch der Zustand der Funktionsgräben im Baugebiet Gollenäcker. Diese wüchsen langsam zu.

„Wir sollten unseren Blick nicht nur auf Schlaglöcher lenken“, meinte Alexander Baumann zum Schluss des Spaziergangs. Die Infrastruktur und die menschliche Ebene seien für das Zusammenleben mindestens genauso wichtig. Die scheinen in Nasgenstadt in guter Ordnung zu sein.

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