Es ist die Horrorvorstellung jedes Hausbewohners: Mitten in der Nacht stehen Einbrecher in die Wohnung und gehen auf einen los. Genau dies ist einem 81-jährigen Mann in der Nacht zum Sonntag im Stadtteil Gerlenhofen passiert.
Wie die Kripo am Montag mitteilte, schlief der allein lebende Senior in seinem Bett, als er gegen 2.30 Uhr von einem Einbrecher-Trio unsanft geweckt wurde. Die maskierten Täter hatten die Tür des Hauses in der Alemannenstraße aufgebrochen. Zuerst fesselten sie den 81-Jährigen an Händen und Füßen, dann knebelten sie ihn mit einer Plastikfolie.

Zwei Stunden das Haus durchwühlt

Fast zwei Stunden hielten sich die Einbrecher nach Angaben des Opfers im Haus auf. Sie durchsuchten alle Räume, machten aber nur geringe Beute. Nach dem Stand der Ermittlungen wurden nur wenige hundert Euro und ein Handy geraubt.
Als die Täter das Haus verlassen hatten, schleppte sich der Gefesselte zu seinem Balkon und rief um Hilfe. Diese Schreie hörte gegen 6.30 Uhr ein Nachbar, der die Polizei verständigte. Die vor Ort eintreffenden Streifenbesatzungen befreiten das Opfer von seinen Fesseln. Der 81-Jährige hatte leichte Verletzungen und einen Schock erlitten.

Polizei: Absolute Ausnahme

Dass Einbrecher so skrupellos vorgehen, sei die große Ausnahme, sagt Jürgen Salzmann, Erster Kriminalhauptkommissar der Neu-Ulmer Polizei. In 99 Prozent der Fälle versicherten sich Täter vorher, dass ihr Einbruchsobjekt unbewohnt sei. Falls sie wider Erwarten doch jemanden anträfen, suchten sie meistens das Weite.

Tragischer Fall am Eselsberg

Anfang 2018 hatte es einen ähnlich gearteten Einbruch in ein Haus am Ulmer Eselsberg gegeben: mit tragischem Ende. Als sich einer der beiden Hausbewohner gegen die Einbrecher zur Wehr setzte, wurde er brutal niedergeschlagen, und mit Klebeband geknebelt. Er erstickte. Die Täter wurden mittlerweile gefasst und zu hohen Haftstrafen verurteilt (wir berichteten).
Über das Alter der drei Einbrecher habe der 81-Jährige wegen der Gesichtsmasken keine Angaben machen können, sagt Salzmann. Aufgefallen sei ihm aber, dass sie Deutsch mit ausländischem Akzent gesprochen hätten. Dem Einbruchsopfer gehe es den Umständen entsprechend gut.
Die Polizei ermittelt wegen schweren Raubes. Darauf steht eine Mindesthaftstrafe von drei Jahren. Hinweise nimmt die Kripo unter Tel.: (0731) 80 130 entgegen.