Freitag, der 13. Dezember, ist dieses Jahr tatsächlich ein Unglückstag – und zwar für die Tanne: An gleich zwei Orten in Neu-Ulm kann man seinen Weihnachtsbaum eigenhändig fällen. Interessierte können den Baum auf den Plantagen aussuchen und selber zum Beil oder der Säge greifen.

Widenmannwald Neu-Ulm: Christbaum-Aktion der Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung Neu-Ulm veranstaltet im Widenmannwald eine Aktion, bei der man seinen Weihnachtsbaum unter Aufsicht zwischen 13 und 16 Uhr selber schlagen kann. Von Neu-Ulm Richtung Reutti fahrend, geht es über „Alten Römerstraße 2“ zum Parkplatz des Stadtwaldes.

Frischer kommt der Weihnachtsbaum nicht ins Haus: Im Widenmannwald kann man Tannen und Fichten selbst fällen.
Frischer kommt der Weihnachtsbaum nicht ins Haus: Im Widenmannwald kann man Tannen und Fichten selbst fällen.
© Foto: Stadt Neu-Ulm

Gewählt werden kann zwischen einer Nordmann-, Edeltanne oder einer Fichte. „Da weiß man, wo der Baum herkommt“, sagt Nicole Finkele von der Stadtverwaltung Neu-Ulm. Es sei Familien mit Kindern und Klimabewussten immer wichtiger, einen frischen und regionalen Baum zu haben, erklärt Finkele, „auch wenn die Bäume dann eben nicht so perfekt aussehen.“ Die ein bis zwei Meter großen Tannen und Fichten werden am besten mit einer Stichsäge gefällt. Gefährlich ist das aus Sicht der Stadtverwaltung nicht, da die Bäume eher klein sind und eine Aufsicht anwesend sein soll. Die Bäume kosten je nach Art zwischen sechs und zehn Euro pro Meter. Das passende Werkzeug und Verpackungsmaterial sollte mitgebracht werden.

Vergangenes Jahr sei die Aktion der Stadt Neu-Ulm im „Illerholz“ Ludwigsfeld bereits ein voller Erfolg gewesen. Die große Nachfrage von vergangenem Jahr sei aber nicht der einzige Grund für das erneute Angebot: Die Bäume müssen weg. „Es sind so viele Bäume, die wachsen uns noch über den Kopf“, sagt Finkele lachend.

Burlafingen: Wunsch-Weihnachtsbaum selber fällen

Bei der Familie Glöckler, Gerstmayrstraße 4 in Neu-Ulm/Burlafingen, kann man seinen Wunsch-Baum vom 13. bis 22. Dezember ebenfalls selbst fällen. Geöffnet ist die Christbaumkultur täglich von 10 bis 16 Uhr. Von Montag bis Mittwoch nach dem 2. Advent gibt es außerdem eine Christbaum-Aktion, bei der es zusätzlich zur Nordmanntanne einen Sack Speisekartoffeln und einen Sack Äpfel zum Sonderpreis gibt. Die Plantage ist in Burlafingen über die Zufahrt der Adenauerstraße zu erreichen.

Adventserlebnis für die ganze Familie: Den eigenen Wunsch-Weihnachtsbaum selbst auf der Plantage in Burlafingen aussuchen und fällen.
Adventserlebnis für die ganze Familie: Den eigenen Wunsch-Weihnachtsbaum selbst auf der Plantage in Burlafingen aussuchen und fällen.
© Foto: Anton Glöckler

Wie fällt man einen Baum richtig?

Um zu vermeiden, dass die Tannenspitze später an der Wohnzimmerdecke kratzt oder der Baum den halben Raum einnimmt, weiß man am besten schon vorher, wo er später stehen soll. So kann gleich die richtige Größe ausgewählt werden. Wenn es dann ans Fällen der Tanne oder Fichte geht, zieht man sich zum Schutz Handschuhe an und bringt als Werkzeug eine Säge oder ein Beil mit.

Möglichst tief und direkt über dem Erdboden sollte der Baum in mehreren Schritten abgesägt beziehungsweise abgeschlagen werden. Einfacher wird es, wenn der Baum während des Schlagens oder Sägens ein wenig unter Spannung gesetzt wird, indem man ihn biegt. Der Schlag mit dem Beil sollte nicht waagerecht, sondern schräg nach unten in Richtung Holzfaser erfolgen.

Um den Baum sicher nach Hause zu transportieren, sollte er unten am Stamm gefasst und vorsichtig hinter sich her gezogen werden. Anschließend lässt sich der Baum am besten in einem speziellen Netz transportieren. Aber auch eine Schnur kann bei richtiger Verwendung ausreichen, um die Äste des Baumes anzulegen.

Rund zwei Millionen Bäume werden importiert

Leise rieseln die Tannenbaumnadeln... Besonders die Fichte ist dafür bekannt, viele Nadeln zu verlieren. Deshalb ziert die meisten Wohnzimmer in Deutschland wohl auch die Nordmanntanne. Im Jahr 2018 zogen laut einer Statistik der Plattform „Statista“ 29,8 Millionen Weihnachtsbäume in deutsche Haushalte ein. Um den Bedarf an Weihnachtsbäumen zu decken, werden jährlich über zwei Millionen Bäume nach Deutschland importiert.

Doch der Trend der Konsumenten geht beim Kauf eines Weihnachtsbaumes immer mehr zu frischen, regionalen Bäumen, ohne langen Transportweg. Also ran an die Säge oder das Beil!