Vor fünf Jahren hat die Stadtrat zuletzt über ihn diskutiert, nun will Ulrich Seitz den rot-weiß bemalten Wasserturm im Wiley wieder zum Thema machen. „Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es mit dem Wahrzeichen weitergeht“, schreibt der SPD-Stadtrat und Vorsitzende des Historischen Vereins ans Rathaus. Seitz spricht sich klar für den Erhalt aus, es handele sich schließlich „um ein Monument Neu-Ulmer Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts“. Denn: „Nichts in der Stadt vermag mehr an 40 Jahre US-Garnisonszeit zu erinnern.“ Deshalb habe der Stadtrat vor Jahren auch beschlossen, den Turmbereich nicht mit dem Hochschulgrundstück zu verkaufen. Und er habe sich zudem „aus denkmalpflegerischer Sicht“ von alternativen Nutzungsmöglichkeiten sowie von Zu- und Anbauten verabschiedet.

Wasserturm im Wiley erhalten und sanieren

Bekanntlich gab es etwa mal den Plan, oben ein Restaurant einzurichten. Das wurde aber aus Kostengründen nicht realisiert. Niemand wollte den notwendigen Treppen- und Aufzugsturm finanzieren. Unter Denkmalschutz steht das 1952 erbaute Gebäude nicht. Das zuständige Landesamt hat es als nicht als besonders erhaltenswert eingestuft: Architektur und Konstruktion seien weder innovativ noch würden sie zeittypische Elemente vorweisen. Seitz will trotzdem weiterkämpfen, denn: „Städtische Erinnerungskultur ruht immer auf zwei Säulen, auf Anlässen und Zeugnissen, insbesondere auch baulichen.“ Abwarten, bis der Turm einfällt oder nicht mehr saniert werden kann, sei keine Option. Er beantragt konkret: Noch vor der Kommunalwahl am 15. März soll die Verwaltung berichten, wie es um die Standsicherheit des Turms bestellt ist. Und sie soll darlegen, wie weiter vorgegangen werden soll, um das Gebäude zu erhalten. Schon kommendes Jahr solle in dieser Hinsicht etwas passieren, meint Seitz. Die Stadt verweist auf den grundsätzlichen Beschluss von 2015, den Wasserturm zu erhalten und zu sanieren. Zuletzt sei am 19. Dezember 2018 „eine Sichtprüfung des Zustands mit Dokumentation“ erfolgt. Zuvor sei die rund 40 Meter hohe Betonkonstruktion mit einem Hochdruckreiniger abgestrahlt worden, um lose Teile zu entfernen.