Sinnvoll ja, aber auch ein wenig verwirrend für die Autofahrer: So haben sich im Bauausschuss mehrere Stadträte zur geplanten neuen Tempo-30-Zone in Neu-Ulm geäußert. Diese soll in der Bahnhofstraße zwischen der Kantstraße am Hallenbad und der Reuttier Straße entstehen. Aber nur nachts von 22 bis 6 Uhr. Auf der Strecke davor, der Schwabenstraße, gilt aber von 7 bis 16 Uhr Tempo 30 – und das nur vor Schule und Kindergarten.

Zusammen mit den bestehenden nächtlichen 30er-Tempolimits in weiten Teilen der Innenstadt und weiteren temporären Einschränkungen am Tag vor den Schulen entstehe ein Flickenteppich, warnten Sprecher mehrerer Fraktionen. Dieser Eindruck sei „nicht von der Hand zu weisen“, stimmte OB Katrin Albsteiger zu.

Grüne: Neu-Ulm soll mehr auf Tempo 30 setzen

Eine mögliche Lösung präsentierte Walter Zerb (Grüne). Die Stadt müsse weniger „zögerlich“ vorgehen und mehr auf Tempo 30 setzen. Etwa auf besagtem Abschnitt der Bahnhofstraße: Die Lärmwerte gäben das her, und wegen der Bushaltestellen und der parkenden Autos rechts und links der engen Fahrbahn könne dort eh kaum schneller gefahren werden. Die Regierung von Schwaben gibt allerdings einem reibungslosen Ablauf des Busverkehrs den Vorrang.

Günter Gillich, FDPler und Polizist, plädierte dafür, gleich die gesamte Innenstadt zur 30er-Zone zu machen. Der bestehende Flickenteppich sei für die Polizei schwer zu kontrollieren. Albsteiger sagte zu, etwa für die Augsburger Straße eine durchgängige Lösung prüfen zu lassen. Das neue Limit in der östlichen Bahnhofstraße soll Erkenntnisse liefern, ob die Geschwindigkeitsreduzierung den Lärmpegel senkt.

Tuning-Szene stärker in den Blick nehmen

Weitere Ideen kamen etwa von Hans-Georg Maier, CSU-Mitglied und ebenfalls Polizist: Die Beamten sollten die Tuning-Szene mehr im Blick halten, etwa Fahrzeuge mit extralauten Auspuffanlagen aus dem Verkehr ziehen. Zerb verwies auf die auch von der Verwaltung in der Fortschreibung des Lärmaktionsplans gemachten Vorschläge: mehr ÖPNV, mehr Radverkehr, mehr Fußgänger. „Und dass eine vierte Donaubrücke als kontraproduktiv eingeordnet wird, ist eine gute Nachricht.“
Die neue 30er-Zone kommt, sobald die Schilder da sind. Kostenpunkt: 1500 Euro.

Info Seit 1. August 2018 gilt in Teilen der Innenstadt von 22 bis 6 Uhr Tempo 30. Hierzu gehören die Schützenstraße und die Hermann-Köhl-Straße zwischen Flößerweg und Bahnhofstraße, die Marienstraße und die Augsburger Straße zwischen Krankenhausstraße und Augsburger-Tor-Platz sowie die westliche Bahnhofstraße zwischen Reuttier- und Hermann-Köhl-Straße.