Hat das Ulmer Zelt schon einmal seinen Beginn vorverlegt – oder erlebt das Festival dieses Jahr eine Premiere? Darüber sei man sich im Team nicht einig, sagt künstlerischer Leiter Jan Ilg. Diskussionswürdig war die Entscheidung allemal, denn einen Tag früher anfangen heißt auch: ein Tag weniger Zeit für den Aufbau. „Das ist ein Kraftakt, da müssen wir alle ran“, so Ilg. Aber letztlich habe man nicht streiten müssen: Für einen international gefragten Künstler wie Frank Turner macht man gerne eine Ausnahme.

Der Brite eröffnet die 34. Spielzeit am 19. Mai, ein Dienstag, nicht wie sonst ein Mittwoch. Der kleine Coup scheint sich auszuzahlen. „Wir haben jetzt schon 200 Karten verkauft“, sagt Kulturmanager Ilg. Überhaupt tue der vorgezogene Online-Vorverkauf dem Zelt gut: weil er bereits erste Einnahmen bringe – und auch ein bisschen Zusatzmotivation für das Team im Büro.

Das Programm ist fast fertig

Dieses Kernteam besteht zu diesem Zeitpunkt aus Ilg selbst und seinem Kollegen Adrian Büsselmann, der für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Wenn gerade keine Besprechung mit den Ehrenamtlichen ansteht, ist Ilg mit dem „Tetris-Spiel“ am Programm beschäftigt, wie er das finale Hin- und Hergeschiebe einzelner Termine beschreibt. Die meisten Abende stehen längst fest, nur drei sind derzeit noch gelb im Kalender markiert. Gelb heißt: in Verhandlung.

Nicht alles klappt allerdings. Ein Indie-Musiker und Autor entschied sich doch kurzfristig gegen eine Lesereise im Sommer, bei einem Bluesmusiker ist die ganze Tour geplatzt, ein britischer Rockveteran spielt lieber in der nächsten Metropole. Der künstlerische Leiter und die Programmgruppe kennen solche Rückschläge. „Wir sind das kleine Ulm, manchmal passt es – und manchmal nicht“, sagt Ilg mit einem Schulterzucken. Eher ärgern ihn dieses Jahr die großen Festivals: Weil bislang weder „Rock im Park“ noch das „Southside“ ausverkauft sind, greifen in den Verträgen vieler Künstler die Gebietsschutzklauseln. Das mache vor allem das Buchen junger Musiker schwierig, beklagt Ilg.

Ulmer Zelt: Vorverkauf an Kartenhütte beginnt später

Cool bleiben die Zeltmacher angesichts der großen regionalen Konkurrenz von Sting, den Beach Boys oder Sido während der Zeltsaison. Zwar dürften manche, die viel Geld für die genannten Stars ausgegeben haben, sich gegen einen Spontanbesuch in der Au entscheiden, befürchtet Büsselmann. Aber Ilg nimmt den Wettbewerb sportlich: „Ich finde es gut, dass in Ulm mal etwas passiert. Es müsste nur nicht so geballt sein.“

Die Organisatoren des Zelts wissen um die Stärken ihres Festivals. Sie wagen aber auch Veränderung: Der Vorverkauf an der Münsterplatz-Kartenhütte beginnt dieses Jahr am Donnerstag, 30. April, nicht morgens, sondern um 18 Uhr abends. Online geht es zwei Stunden später los. „Wir hatten technische Probleme durch die immensen Zugriffe“, erklärt Büsselmann den Schritt. Ilg findet den Verkauf am Abend nicht nur besser für Berufstätige, sondern auch charmant – und kündigt ein paar Überraschungen für den ungewohnten Termin an.

Für diese Termine gibt es schon Karten


Für folgende Termine gibt es online auf ulmerzelt.de Karten: Frank Turner & The Sleeping Souls (19. Mai), Folkshilfe (21. Mai), The Gardener & The Tree (22. Mai), Julia Hülsmann Oktett (23. Mai), Michael Hatzius (24. Mai), Wallis Bird (27. Mai), Fatoni (29. Mai), Querbeat (10. Juni) und Youssou N’Dour (4. Juli).