Politik SWP-Forum zur Bayern-Landtagswahl: Die Kandidaten im Wortlaut

SWP-Forum zur Landtagswahl in Bayern.
SWP-Forum zur Landtagswahl in Bayern. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / SWP 08.10.2018
Beim SWP-Forum zur Landtagswahl in Bayern kamen die acht Kandidaten des Stimmkreis Neu-Ulm zu Wort.

Beate Merk, CSU: „Außerhalb Bayerns ein gutes Ergebnis“
Merk betont die besondere Situation ihrer Partei. „35 Prozent wären außerhalb von Bayern ein super Ergebnis.“ Die einzige Landtagsabgeordnete der Runde setzt auf die bislang noch unentschiedenen Wähler. Bei einem erneuten Einzug ins Parlament möchte sich die Pfuhlerin für die Verbesserung der Pflege, die Ehrenamtlichen und die Iller einsetzen – und dafür, dass „wir keine AfD mehr haben, die Rechtsextreme in ihren Reihen duldet“.

Klaus Rederer, Bündnis 90/Die Grüne: „Hihi, die Grünen mit Bienchen und Blümchen“
Rederer stellt gleich das von der CSU eingebrachte Polizeiaufgabengesetz an den Pranger: „Die stellen bayerische Bataillone an die Grenzen und feuern auf Europa.“ Über die Plakate seiner Partei sei anfangs gelacht worden. „Hihi, die Grünen mit ihren Bienchen und Blümchen“, aber Umweltschutz sei eben wichtig. „Die Vergüllung unserer Felder und Ferkelkastration – hier gibt es was zu reden.“

Daniel Fürst, SPD: „Es geht uns ganz gut hier und in Bayern“
Fürst ist zumindest in einigen Punkten mit dem Leben im Freistaat zufrieden. „Es geht uns ganz gut hier und in Bayern.“ Und das solle auch so bleiben. Der Schornsteinfeger will sich vor allem für den sozialen Wohnungsbau und im Bereich Bildung einbringen, sollte er gewählt werden. Die schlechten Umfragewerte der Sozialdemokraten frustrieren ihn nicht. Obwohl er Abenteuer im Privatleben liebt, will er sich in der Politik nicht auf solche einlassen.

Wolfgang Schrapp, Freie Wähler: „Ich kann unangenehm werden“
Schrapp will sich trotz seiner zahlreichen Aufgaben „ohne Wenn und Aber“ im Landtag einbringen. „Ich kann unangenehm werden, wenn mir was zu wider wird.“ Er fordert von den Politikern, dass sie bereit sind, „eine gute Idee auch von einem Gegenüber zu akzeptieren“. An der Regierungbildung sieht er die Freien Wähler nicht um jeden Preis beteiligt: „Wir müssen nicht unbedingt ein Partner von irgendwem werden.“

Johannes Hecht, FDP: „Wir brauchen in Bayern keine Experimente“
Hecht wünscht sich eine stabile bürgerliche Regierung, die funktionsfähig ist. „Wir brauchen in Bayern keine Experimente wie in Baden-Württemberg und die Schulpolitik dort.“ Nicht ganz unbescheiden hat er mal gesagt, dass er bei der Wahl am Sonntag die meisten Stimmen haben will. Darauf angesprochen sagt er: „Ich liebe die Herausforderungen. Und manchmal hat es auch geklappt. Und wenn man den halben Weg hinbekommt, ist es auch gut.“

Gerhard Großkurth, AfD: „Wir sind doch nicht in Nordkorea“
Großkurth kann den Applaus aus den Reihen von CDU und CSU für Kanzlerin Angela Merkel nicht verstehen: „Wir sind doch nicht in Nordkorea. Dort will ich auch nicht hin.“ Über sich selbst sagt er, dass er „als ausgebildeter Naturwissenschaftler die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für die Politik mitbringt“. Aber die AfD wolle die Politik der etablierten Parteien verändern. „Und das ist uns auch schon gelungen.“

Dietmar Österle, Die Linke: Gegen „Sklaverei und Ausbeutung“
Österle weiß, warum es Bayern so gut geht: „Wir leben auch hier von den Leiharbeitern aus anderen Bundesländern, die hierher gezogen sind. Und ich weiß auch, woher der Reichtum kommt, nämlich von der Sklaverei und Ausbeutung.“ Die Hälfte der in Bayern beschäftigten Menschen habe keinen Tarifvertrag, sagt er. Die angestoßene linke Sammlungsbewegung unterstützt er. „Schade, dass sie von oben und nicht von unten kommt.“

Krimhilde Dornach, ÖDP: „Ich komme aus einem sehr schwarzen Haus“
Dornach, die eigenen Worten nach aus einem „sehr schwarzen Haus“ kommt, will weg vom ausbeutenden Neoliberalismus. „Es geht doch nicht darum, immer viel Geld zu erwirtschaften, sondern um soziale Leistungen, den Naturschutz und das friedliche Miteinander.“ Sie wünscht sich, „dass endlich Schluss mit der AfD ist, dass man sich über alle Parteigrenzen an einen Tisch setzt und nach Lösungen sucht.“ Die ÖDP habe das Gemeinwohl im Blick.

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