Was ist am Super Bowl wichtiger, das Footballspiel oder seine Halbzeitshow? Geht man nach den Quoten, gewinnt der Musik-Act auf jeden Fall. In diesem Jahr darf sich also Justin Timberlake freuen. Was aber ist Jahr für Jahr ein mindestens ebenso fester Bestandteil des größten Eintages-Sportevents der Welt – abgesehen von der Teilnahme Tom Bradys vielleicht, dem Star-Quarterback der New England Patriots, die auch in diesem Jahr wieder im Finale der NFL stehen? Klar, die Werbespots.

Jedes Jahr überbieten sich die Unternehmen darin, lustige Filmchen nur für diesen einen Abend Anfang Februar zu drehen. Kein Wunder, das Publikum ist riesig. Im vergangenen Jahr sahen mehr als 111 Millionen Menschen alleine in den USA das Herzschlag-Finale zwischen den Patriots und den Atlanta Falcons (34:28). Mehr Aufmerksamkeit geht aus Sicht der Unternehmen also nicht, auch wenn das nicht ganz billig ist. Etwa fünf Millionen US-Dollar muss berappen, wer sich und sein Produkt 30 Sekunden präsentieren will.

Den vielleicht besten Spot des Jahres hat die Firma Pepsico gedreht. Um nicht weniger als Feuer und Eis geht es in der stargespickten Doppelwerbung von Doritos (Chips) und Mountain Dew (Softdrink): Der „Game of Thrones“-Star Peter Dinklage und Oscar-Preisträger Morgan Freeman duellieren sich in einem überragenden Lip-Sync-Battle. Dinklage (Doritos) nimmt sich dabei Busta Rhymes’ „Look at me now“ vor und Freeman (Mountain Dew) kontert mit einer umgedichteten Version von Missy Elliotts „Get Ur Freak On“.

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Einen Superstar hat sich auch die Firma Mars Inc. an Land gezogen: Danny de Vito. Als „Red“, die rote M&M-Figur, einen Glückscent findet, wünscht er sich, ein Mensch zu werden – auch, damit ihn nicht mehr jeder essen möchte. Im Handumdrehen wird er ein Mensch, er wird – immer noch in rote M&M-Kleidung gewandet, Danny de Vito. Eines aber ändert sich nicht...

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Amazon hat sich entschieden, bis zum Super-Bowl-Sonntag mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen. Fest steht: Es geht um den Sprachassistenten der Firma: „Alexa“. Der Spot suggeriert, Alexa hätte ihre Stimme verloren. Die Frage: Bekommt Alexa eine neue Stimme? Oder gleich mehrere? Die Nutzer werden sich gedulden müssen. Zumindest bis Sonntag. Sie werden aber bestens vertröstet, unter anderem mit einem Auftritt von Hollywood-Größe Anthony Hopkins.

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Verschwiegen gibt sich auch Süßigkeitenproduzent Skittles. Die Firma verkündet lediglich in einem Vorab-Spot, dass die eigentliche Super-Bowl-Werbung nur einer einzigen Person gezeigt wird. Was genau das bedeutet? Wir werden es wohl erst am Sonntag erfahren. Doch nicht nur diesen Vorab-Spot hat Skittles gedreht, es gibt noch weitere Spots mit „Friends“-Star David Schwimmer in der Hauptrolle. Und der fragt in jedem Spot verschwörerisch: „Ist das eine Szene aus der Skittles-Super-Bowl-Werbung, die nur eine Person sehen wird?“

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Und dann ist da noch Dave – und Daves „Bleep“ stinkt nicht. „Bleep“? Nun ja, gemeint ist Kot. Die Idee des Spots: Dave wird nicht zu Ihrer Super-Bowl-Party kommen können. Und anders als das von Dave könnte das „Bleep“ Ihrer Gäste nach einer reichlichen Hot Dog-, Cola- und Bier-Zufuhr eben doch olfaktorisch durchschlagen. Deshalb, so die Aufforderung, solle man zu Febreeze greifen.

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Wer einen Blick zurück auf die Werbung des vergangenen Jahres werfen möchte, kann sich das hier anschauen:

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Und eine kleine Zusammenfassung der „witzigsten Spots aller Zeiten“, die zu Super Bowls gesendet wurden, gibt es hier zu sehen:

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