Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka  Uhr
Im Neu-Ulmer Stadtrat gibt es Knatsch: Stadtbaudirektor Markus Krämers Stelle soll zum zweiten mal ausgeschrieben werden - seine Wiederwahl ist dadurch gefährdet.

In der Neu-Ulmer Stadtratssitzung am 24. Juli wird es für zwei Spitzenbeamte spannend. Sie  müssen sich der Wiederwahl stellen: Ralph Seiffert, der Fachbereichsleiter Schulen, Kultur, Sport und Soziales, und Stadtbaudirektor Markus Krämer, der dem Bereich Stadtentwicklung, Umwelt und Hochbau vorsteht. Beide waren 2014 nach Neu-Ulm gekommen. Seiffert wechselte von Ulm nach Neu-Ulm, Krämer kam von Blaustein.

Während es bei Seiffert dem Vernehmen nach keine Probleme mit der Wiederwahl geben dürfte, sieht das bei Krämer derzeit anders aus. Am vergangenen Freitag tagte im Neu-Ulmer Rathaus nichtöffentlich der Ältestenrat, in dem sich die Fraktionsvorsitzenden mit dem OB und der Verwaltungsspitze treffen und Entscheidungen im Stadtrat oder seinen Ausschüssen vorbereiten. Das jüngste Treffen soll auf Initiative der Grünen einberufen worden sein, die Klarheit in diesen Personalfragen reklamierten.

Wiederwahl von Krämer in Gefahr - wird seine Stelle nochmal ausgeschrieben?

Die Stellen von Seiffert und Krämer waren im Staatsanzeiger ausgeschrieben worden, mit dem Zusatz, dass sich beide Amtsinhaber erneut bewerben werden. Das verstehen Stellensuchende als diskreten Hinweis, dass ihre Bewerbung erfolglos sein könnte. Tatsächlich sollen sich bei Seiffert dem Vernehmen nach nur zwei Bewerber gemeldet haben. Die seien aber als weniger geeignet eingestuft worden. Auf Krämers Stelle soll es keine weiteren Interessenten gegeben haben. So könnte alles auf eine Wiederwahl der Beiden am 24. Juli deuten.

16 Jahre sind genug, hat sich der Neu-Ulmer OB gedacht. Er wird im März nächsten Jahres nicht erneut kandidieren – für kein Amt.

Was so klar längst noch nicht ist. Offenbar wird in dieser Woche im Rathaus geprüft, ob man Krämers Stelle erneut ausschreiben soll. Wovon der Stadtbaudirektor selbst wenig begeistert ist. Es gebe doch eine Ausschreibung mit einem Bewerber – „nämlich mich“. Krämer will sich der Wiederwahl stellen. Er sieht seine Chancen auch gar nicht so schlecht.

Grund für Spannungen: Streit um den Ausbau der Kita „Schatzinsel“

Als Hinderungsgrund sei ihm gegenüber dargestellt worden, das es „Spannungen im Führungsteam der Stadt gibt“. Solche Spannungen, sagt Krämer, gebe es im Privaten wie in der Arbeitswelt. Entscheidend sei, wie man damit umgehe. „Wir sind doch Profis.“ An seiner fachlichen Arbeit dürfte es eigentlich nichts zu mäkeln geben. Tatsächlich waren sich zuletzt Krämer und Seiffert darüber uneins, warum der Ausbau der Kindertagesstätte „Schatzinsel“ so stockend voran gehe, warum man sich vorübergehend mit ungeliebten Containern behelfen müsse. Von Stadträten war das auch vehement kritisiert worden.

Die Fraktionsvorsitzenden geben sich in dieser Personalangelegenheit zugeknöpft: SPD und Grüne, so erklärten Rudolf Erne und Mechthild Destruelle, werden Krämer mit allen Stimmen wählen. Die Freien Wähler und die FDP sehen noch weiteren Gesprächsbedarf, sagen Christina Richtmann und Alfred Schömig. Richtmann beklagt, dass die Stellen mit dem Zusatz, dass sich die Amtsinhaber erneut bewerben, ausgeschrieben wurden: „Wir wollen doch die Besten für Neu-Ulm haben.“ Für die CSU-Fraktion gibt Johannes Stingl offen zu: „Wir hinterfragen die erneute Bewerbung von Markus Krämer schon auch kritisch.“ PRO Neu-Ulm sei in dieser Frage gespalten, sagt der stellvertretende Fraktionschef Siegfried Meßner.

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Drei Stadtbaudirektoren unter OB Noerenberg

Rathaus: Nach Wolfgang Baumann (1987 bis 2002) standen unter OB Gerold Noerenberg drei Stadtbaudirektoren dem Fachbereich Stadtentwicklung vor: Ingo Degenhart (2002 bis 2008), Andreas Neureuther (2008 bis 2014) und Markus Krämer (2014 bis 2020). Mit der vorgezogenen Wiederwahl sind beide einverstanden, beide sind noch bis Ende April 2020 in Amt und Würden. Die Amtszeit der weiteren Wahlbeamten Berthold Stier (Kämmerer) und Anton Bullinger (Personal, Organisation) läuft bis 2021.