Nach der Ulmer SPD-Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis hat sich nun auch Karl-Heinz Brunner, der Neu-Ulmer Wahlkreisabgeordnete der SPD, für eine Kandidatur um den Parteivorsitz entschlossen.

Der dem konservativen Seeheimer Kreis angehörige 66-Jährige will, dass im Auswahlprozess die „ganze Vielfalt der Partei widergespiegelt wird“. Brunner hat den Eindruck, dass sich viele der Kandidatinnen und Kandidaten derzeit nur mit einem einzigen Slogan um den SPD-Vorsitz bewerben: Raus aus der Großen Koalition. Er stelle aber die Frage: Was dann? „Nur aus der GroKo rauszugehen ohne Plan B, das wäre nicht klug.“ Zudem leiste die Koalition „anständige Arbeit, und das sollte auch besser dargestellt werden, als von den eigenen Leuten schlecht gemacht zu werden“.

Brunner ohne Co-Kandidatin

Tatsächlich hatte der Illertisser Brunner zu Beginn der Kandidatensuche bei einer Veranstaltung die Ulmer Partei-Linke Mattheis auf eine gemeinsame Kandidatur angesprochen: „Hilde, das wäre doch eine spannende Sache!“ Aber das habe sich dann „schnell erledigt“.

Derzeit hat Brunner keine weibliche Co-Kandidatin, aber er sei noch in Gesprächen – seine „Ideal-Partnerin“ habe aus Zeitgründen abgesagt. Auch diese sei eher aus dem linken Spektrum gekommen, sagt Brunner, weil er findet, das Führungs-Tandem sollte der Breite der Diskussionen in der Partei entsprechen.

Grundsätzlich findet Brunner die Herangehensweise, von Beginn an Doppelspitzen aufzustellen, falsch: „Die Partei sollte die beste Frau und den besten Mann wählen, die dann ein Doppel bilden. Schon mit einem Kompromiss anzufangen, ist nicht überzeugend.“

Brunner schätzt seine Chance realistisch ein

Seine Chancen „als Kandidat aus Bayern, aus dem konservativem Spektrum“ weiß Brunner realistisch einzuschätzen, es wäre „nicht schlimm“, wenn er nicht gewählt würde. Aber mit Blick auf die Zukunft der Partei wäre es gut, „wenn nicht nur die kandidieren, bei denen alle sagen, die gewinnen eh“, sondern es sollten alle mitmachen, die in der Diskussion etwas beizutragen hätten.

Hilde Mattheis und Dierk Hirschel sind die Bewerber Nummer 14 und 15 um den SPD-Vorsitz, Karl-Heinz Brunner ist die Nummer 16. Ja, 16 sei schon eine gewaltige Zahl, sagt Brunner, „aber bei mehr als 400 000 Mitgliedern ist prozentual immer noch in Ordnung“.

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