Die Reaktion hat nicht lange auf sich warten lassen. Die Neu-Ulmer Stadtratsfraktionen von CSU, SPD, Grüne und PRO haben die am Freitag vorgestellte Studie zur Kreisfreiheit scharf kritisiert. Wie berichtet war das SME-Institut, Sozial- und Wirtschaftsforschung von Siegmar Kühn zum Schluss gekommen, dass weder der Landkreis noch die Stadt von der Kreisfreiheit Neu-Ulm profitieren würden. Das Ganze werde für beide Gebietskörperschaften und die angehörigen Betriebe etwa 75 Millionen Euro teuer werden.

Jetzt haben die Fraktionsvorsitzenden Johannes Singl (CSU), Antje Esser (SPD), Mechthild Destruelle (Grüne) und Stephan Salzmann (PRO) reagiert. Sie ziehen Kühns Thesen und Zahlen in Zweifel, die außerdem dem Stadtrat gar nicht vorgelegt worden seien: „Der Verfasser hat sich weder mit den verfassungsrechtlichen Grundlagen noch mit kommunalen Aufgabenstellungen und Verantwortlichkeiten auseinandergesetzt. Er hat eine rein wirtschaftliche Betrachtung vorgenommen, und auch diese ist in weiten Teilen nicht nachvollziehbar, beziehungsweise nicht belegt oder unzutreffend. Diese verkürzte, rein wirtschaftliche Betrachtung ist falsch und kann nicht funktionieren.“ Fazit: Der Verfasser habe die Tragweite und Auswirkungen kommunaler Zuständigkeiten, die Verantwortlichkeiten und die Finanzierung in seiner Studie nicht richtig bewertet.