Neu-Ulm / Jana Hauke, Klasse 11

Als das rote Kärtchen mit dem Motto „Mund auf. Stäbchen rein. Spender sein.“ auf dem Tisch vor uns lag, wusste ich: Das würde sie sein, unsere nächste Aktion. Genau da wollten wir mitmachen und helfen! Wir – das ist die Tu-was!-AG des Lessing-Gymnasiums, die sich nicht nur um den ökologischen Fußabdruck unserer Schule kümmert, sondern auch sozial aktiv ist. Und Menschenleben retten – klar, da wollen wir dabei sein.

In Deutschland erhält alle 15 Minuten ein Patient die Diagnose Blutkrebs, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Ein Überleben ist oftmals nur noch mit einer Stammzellspende möglich, doch nicht immer gibt es den passenden Spender. Genau da lag nun unsere Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten. Wir entschlossen uns kurzerhand dazu, eine Registrierungsaktion der DKMS bei uns am Lessing-Gymnasium durchzuführen.

Wir planten, organisierten und suchten nach Sponsoren, schließlich sollten viele Oberstufenschüler- und Schülerinnen sowie Lehrkräfte des Lessing-Gymnasiums die Möglichkeit haben, an der Aktion teilzunehmen. Sogar Eltern haben wir eingeladen. Denn schließlich könnte jeder Einzelne unserer Schulgemeinschaft der nächste Lebensretter sein.

Am Donnerstag, 28. Februar, führten wir die Aktion an unserer Schule durch. Zuerst hörten alle einen sehr informativen Vortrag der DKMS-Mitarbeiterin Tanja Ginkel, die sich also Bio-Chemie-Studentin vorstellte, und uns unter anderem in Kurzfilmen das Thema ans Herz legte. Wir erfuhren, dass 80 Prozent der Spenden über eine „periphere Entnahme“ durchgeführt werden, das ist vergleichbar mit einer Blutwäsche. Und – Entspannung machte sich im Saal breit – niemals ist bei einer Stammzellenspende das Rückenmark des Spenders gefragt. Dabei handelt es sich um ein Gerücht, von dem wir uns verabschiedeten. In 20 Prozent der Fälle werden Stammzellen etwa aus dem Beckenknochen entnommen. Das ist dann zugegeben schon aufwendiger, aber das Registrieren lässt jede Freiheit, bei einer Anfrage zur Spende aus welchen Gründen auch immer doch Nein zu sagen. Gut, zu wissen.

Nach dem Vortrag traten wir von der Tu-was!-AG in Aktion. Wir saßen in der Schulaula verteilt, erklärten vielen Bereitwilligen unermüdlich, wie die Stäbchen im Mund verwendet werden müssen und erledigten alle Formalitäten für die Registrierung.  Dank der finanziellen Unterstützung durch unsere Sponsoren lagen genügend Stäbchen bereit für fast 200 Menschen, die gekommen waren und sich den Slogan zu Herzen nahmen: „Mund auf. Stäbchen rein. Und vielleicht bald Spender sein.“ Fachlich unterstützt wurde die Aktion von Frau Lentz, unserer AG-Leiterin, und von Herrn Tietz, dem Fachbetreuer für Biologie.

Nadel im Heuhaufen

Nun rufen wir auch alle Leser dieser Zeitung auf, sich zu beteiligen: Werden auch Sie aktiv und lassen sich registrieren. Werden Sie zum Lebensretter! Tanja Ginkel hat uns erklärt, es gibt viele tausend Gewebemerkmale der Stammzellen, sie heißen HLA, da steht für Humane Leukozyten-Antigene. Und diese können sich völlig unterschiedlich kombinieren. Es gleicht also der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, den passenden Spender zu finden. Wir konnten in einem Film gesunde junge Menschen sehen, für die diese Nadel schließlich doch gefunden wurde. Das hat uns sehr berührt.