Nach der Geburtstagsfeier seiner Ehefrau beschließt ein 40-Jähriger aus Laupheim, mit seinem Cousin noch in den FKK-Safari Club Neu-Ulm zu fahren. Der Cousin fängt eine Schlägerei mit einem Gast an, die Aktion endet für ihn mit einer schweren Hirnblutung im Bundeswehrkrankenhaus (BWK) – nun ist er halbseitig gelähmt.

Der 40-jährige Ehemann musste sich wegen seines Einschreitens in die Auseinandersetzung vor dem Amtsgericht Neu-Ulm verantworten. Der Vorwurf: schwere Körperverletzung.

Streit mit Angestellter im Bordell

Die verwandten Männer wollten sich im Mai 2019 einen entspannten Abend machen im FFK-Safari Club – nackt natürlich, wie es in dem Bordell mit Barbetrieb Vorschrift ist. Nach „fünf oder sechs Gläsern Jacky-Cola“ wollten sie nach Hause gehen.

Der Cousin stand bereits wieder angezogen im Barbereich, als ihn  eine Angestellte aufforderte, sich entweder ordnungsgemäß zu entkleiden oder den Laden zu verlassen. Nachdem er sich weigerte und die Frau beleidigte, habe ein unbekannter Gast gesagt, er solle „nicht so mit der Dame reden“. So jedenfalls stellte es vor Gericht die ehemalige Angestellte dar, die in der Nacht  im Barbereich des Bordells arbeitete und gerade von einem Kontrollgang durch die Räume zurückkam.

Schlägerei im FKK-Club

Der bekleidete Cousin regte sich über die Einmischung auf und schlug dem Gast ins Gesicht. Dieser schlug zurück, der Cousin ging zu Boden. Der andere, noch unbekleidete Laupheimer, sagt aus, er habe seinen Verwandten liegen gesehen und sich schützend auf ihn gelegt. Ob auch er den fremden Gast geschlagen hat, daran kann sich die Angestellte des Clubs nicht mehr erinnern. „Da ist jedes Wochenende irgendwas passiert. Deshalb arbeite ich auch nicht mehr dort.“

Mann bei Schlägerei in Neu-Ulm schwer verletzt

Das Verfahren gegen den Cousin, der die Schlägerei begann, ist aufgrund seiner schweren Verletzung bereits eingestellt worden. Die Polizei war nicht vor Ort, sie wurde erst durch das BWK eingeschaltet. Man sei zunächst davon ausgegangen, dass es sich beim Schwerverletzten um das Opfer eines versuchten Totschlags handelte. „Dann kamen die Ermittlungen in Gang“, rekonstruiert Richter Thomas Mayer.

Der Gast konnte im Nachhinein nicht identifiziert werden. Außerdem erinnern sich die Beteiligten nicht mehr an den genauen Ablauf. Deshalb wurde nun auch das Verfahren gegen den 40-jährigen Angeklagten eingestellt. Er muss 1000 Euro zahlen, die er an den Kinderschutzbund spenden möchte. Als „eine misslungene Familienfeier“ bezeichnete der Richter den Abend.

FKK-Safari Neu-Ulm: Club und Bordell


Rotlicht Das Bordell in Neu-Ulm nennt sich aufgrund des afrikanischen Einrichtungsstils, mit Tierköpfen und -mustern,  FKK-Safari. Außerdem gibt es einen Bar- und einen Saunabereich. Die Besucher müssen sich beim Betreten ausziehen. Besitzer ist Markus Eberhardt (Marcus Prinz von Anhalt).