Neu-Ulm / Christine Liebhardt

Der Rewe-Supermarkt an der Leipheimer Straße wird vergrößert – das ist die gute Nachricht für alle Pfuhler. Denn der bisherige Markt ist zu klein, um zukunftssicher zu sein. Nach dem Abriss und Neubau werden dann auf 1500 statt bisher 950 Quadratmetern Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs verkauft.

Schlechte Neuigkeiten gibt es aber für alle, die auf Wohnraum oberhalb des Gebäudes gehofft haben. Dafür hatten sich im Oktober vergangenen Jahres die Stadträte stark gemacht und den Neubau vorerst gestoppt: Sie beharrten darauf, dass die Stadt zunächst mit Grundstückseigentümer und Investor verhandelt, um Wohnbau oberhalb des Marktes zu ermöglichen (wir berichteten).

Jetzt steht endgültig fest: Das wird nichts. Die Verhältnisse sind nicht unkompliziert. Der Eigentümer des Grundstücks verpachtet an einen Investor, der neu baut und seinerseits an Rewe vermietet. Und der Eigentümer hat „klipp und klar“ festgesetzt, dass dort nur Einzelhandel entstehen darf, erklärte Stadtbaudirektor Markus Krämer im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Den Grund erläuterte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg: Sobald der Pachtvertrag ausläuft, hat der Investor einen Anspruch auf Wertersatz. Und diese Ablöse fiele deutlich höher aus, wenn vor Ort auch noch Wohnungen gebaut werden – zu hoch für den Eigentümer. Was nicht heißt, dass die Stadträte locker gelassen hätten. Schließlich wird Wohnraum dringend benötigt. „Das ist für mich eine rückwärts gewandte Planung“, sagte Christa Wanke. Die FDP-Stadträtin stimmte als einzige gegen den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, um ein Zeichen zu setzen, wie sie sagte – auch wenn ihr bewusst sei, wie wichtig ein neuer Markt ist.

Dennoch: „Verschiedene Kommunen gehen den Weg, über Märkten Wohnungen anzubieten“, argumentierte sie. Und bekam Rückenwind von Hermann Hillmann (CSU): „Lidl und Aldi bauen Wohnungen obendrauf“, wusste er. „Das würde sich wunderbar in die Nachbarschaft einfügen.“ Seine Fraktion stimme dennoch zu, „weil wir eine qualitativ gute Versorgung brauchen.“ Rudolf Erne (SPD) gab sich pragmatisch: „Es nützt nichts, Dingen nachzutrauern, die nicht realisierbar sind.“ Es sei gut, dass der Markt modernisiert und vergrößert werde, denn er habe zentrale Bedeutung für Pfuhl.

Der Oberbürgermeister hätte sich zwar gefreut, wenn eine andere Lösung möglich gewesen wäre. Die Stadt müsse aber die Entscheidung des Eigentümers und des Investors akzeptieren, die schließlich nicht aus Boshaftigkeit heraus gehandelt hätten: „Da waren sich halt zwei einig“, sagte Gerold Noerenberg in der Sitzung. Ohnehin sei die Wohnlage an der Leipheimer Straße nicht gerade ideal: „Wer von uns würde sich ohne Not dort eine Wohnung kaufen?“

Verbindung zum Getränkemarkt

Wege Die CSU bedauert, dass durch den Neubau des Supermarktes die direkte Verbindung zum benachbarten Getränkemarkt wegfällt. „Da muss man dann wieder auf die Straße fahren“, hob Hermann Hillman hervor. Die Verwaltung solle prüfen, ob nicht doch die Möglichkeit besteht, eine solche Verbindung zu schaffen, bat der Stadtrat im Namen seiner Fraktion. Worauf OB Gerold Noerenberg ihn darauf hinwies, dass die Stadt sich bereits darum bemühe, „das mittelfristig zu beheben“. Allerdings stehe dem noch ein Haus im Weg.