Neu-Ulm / cik

Kreisfreiheit und Stadtjubiläum, das sind derzeit große Neu-Ulmer Themen. Dass die CSU in ihrem Neujahrsempfang aber Europa ins Zentrum stellte, „das hat mich sehr gefreut“, sagte Festredner Markus Ferber. Das liegt zum Einen nahe, schließlich ist der Augsburger Europaabgeordneter. Zum Anderen zeigte er sich im Saal der Sparkasse aber auch als begeisterter Europäer und Anhänger der EU. Trotz aller Kritik an mancher Ausprägung lautete sein Fazit: „Wenn es die EU nicht gäbe, müssten wir sie dringend gründen.“

Garant für Frieden

Denn die EU sei nicht nur ein Garant für Frieden, Sicherheit und Freiheit – umso mehr, als die USA sich aus ihrer Rolle in der Welt immer mehr verabschiedeten. Die EU stehe zudem für Klimaschutz, eine stabile Währung und freie Märkte und sichere damit Arbeitsplätze auch in Bayern: „Wir leben von freien Märkten für unsere Produkte.“ Das gelte gerade für den Mittelstand, der den Freistaat stark gemacht habe. In einer globalen Welt könne Deutschland allein keine fairen Wettbewerbsbedingungen schaffen: „Wir brauchen Europa.“ Auch in Ulm und Neu-Ulm zeige sich, wie wichtig die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg sei, egal ob zwischen Bundesländern oder Staaten. Fragen der Daseinsvorsorge wie die Trinkwasserversorgung müssten aber nicht von der EU geregelt werden.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Johannes Stingl ließ das Jahr 2018 Revue passieren, das für die Neu-Ulmer weitere Verbesserungen gebracht habe wie den Ausbau der Kinderbetreuung, den Geh- und Radweg unter der Gäns­torbrücke oder den Spatenstich für den Orange Campus. Ein enormes Problem aber bleibe das Defizit der Kreiskliniken. „Ich fürchte, das ist ein größeres Risiko als die Kreisfreiheit.“