Seit einigen Wochen fährt ein skurriles Fahrzeug durch Neu-Ulm, das auf den ersten Blick aussieht wie ein Streifenwagen. Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf: Auf der Motorhaube steht nicht „Polizei“, sondern „Gollozei“. Nur ein unglücklicher Schreibfehler? Oder handelt es sich hierbei etwa um eine neue Behörde, die für Recht und Ordnung sorgen soll? Der Schriftzug an der Fahrertür gibt den entscheidenden Hinweis: „Golle Heizungsbau: Sanitär – Solar – Dach – Heizung“.

Das nach dem Vorbild eines Streifenwagens gestaltete Fahrzeug ist der Firmenwagen eines Thüringer Heizungsinstallateurs.
© Foto: Kai Winderl

Gollozei-Auto: Firmenwagen statt Streifenwagen

Der Wagen im Polizei-Stil ist also der Firmenwagen eines Heizungsinstallateurs. Die Firma hat ihren Sitz in Thüringen. Genauer gesagt in Greiz, einer kleinen Stadt an der Landesgrenze zu Sachsen. Die Fragen werden nicht weniger. Wie kommt man auf die kuriose Idee, einen Firmenwagen nach Vorbild eines Streifenwagens zu gestalten? Und: Was machen Angestellte der Firma im rund 400 Kilometer entfernten Neu-Ulm?

Inhaber Daniel Golle freut sich über Wiedererkennungswert

Nachfrage bei Geschäftsführer Daniel Golle: „Den Wagen haben wir seit fünf bis sechs Jahren. Wir wollten einen Wiedererkennungswert schaffen.“ Ein weiterer Vorteil sei Golle zufolge, dass er und seine Mitarbeiter stets zügig durch den Straßenverkehr kommen. „Viele Autofahrer vermuten einen Streifenwagen im Rückspiegel und wechseln eher die Spur“, sagt Golle.

Was macht die Gollozei in Neu-Ulm?

Dass die „Gollozei“ derzeit in Neu-Ulm unterwegs ist, habe einen einfachen Grund. Die Dienste der Firma werden auf dem „Orange Campus“ am Donauufer benötigt. Das Nachwuchsleistungszentrum der Ulmer Basketballer soll im Sommer fertiggestellt werden. Für Golle nicht der erste Auftrag in Süddeutschland: „Wir sind auch des Öfteren in Heilbronn.“

Neu-Ulm

So reagieren Polizisten auf das Gollozei-Auto

Rechtliche Konsequenzen hatte die Gestaltung des Firmenwagens im Übrigen noch nicht. „Die Beamten nehmen das Auto mit Humor“, berichtet Golle. „Es kommt sogar ab und zu vor, dass Polizisten uns mit einem Lachen grüßen.“