Neu-Ulm / Beate Rose  Uhr
An jeder Ecke Musik, Straßenkünstler und ein Donaucenter, das zur Fassade für eine Videoinstallation wird: So feiert die Stadt ihren 150. Geburtstag.

Wann kann man schon als Skateboardfahrer an einem Samstagnachmittag mitten auf der Herdbrücke gemütlich rollen? Man kann, wenn Neu-Ulm zum 150-jährigen Bestehen die „FEIERtage“ ausruft und dafür die Innenstadt für Autos sperrt, wie am Samstag und Sonntag.

Überall waren Menschen auf der Straße, auf dem Johannesplatz sowieso, dort waren Spiele für Kinder aufgebaut. Der Renner: die Riesenseifenblasen, die Kinder selbst machen können. Ebenso beeindruckten die jungen Stelzenläufer wie Luftakrobaten der Circusschule Harlekin. An allen Ecken unterhielten Straßenkünstler und Musiker  – auf dem Schwal spielten Musiker der Neu-Ulmer Partnerstädte, nämlich Meiningen, Trissino (Italien), Bois-Colombes (Frankreich) und New Ulm (USA). Bands wechselten sich ab auf den Bühnen auf dem Marienplatz, Petrusplatz und der Flussbühne. Wer kann sagen, wie viele tausend Menschen unterwegs waren? Die Neu-Ulmerin Marie, die mit Mann, Kindern und Freunden umherzog, war beeindruckt vom familienfreundlichen Fest. „Für jeden ist etwas dabei“, sagte sie.

Am Samstagnachmittag standen die „Jazzspätzle“, die Bigband der Musikschule Offingen, auf der Flussbühne auf der Donau. Die Musiker baten immer wieder um Getränke. Weil sich niemand zuständig fühlte, kaufte Zuhörer Casim Altundag eine Kiste Getränke und brachte sie auf die Bühne. „Die Musiker geben sich riesengroße Mühe“, sagte er.

Gesehen haben musste man am Samstagabend zwei Ereignisse: Die Partyband Rednex auf dem Petrusplatz, die schlicht Spaß machte, und die Projektionen aufs Donaucenter. Von 22 Uhr an wurden die Fassade als Leinwand genutzt und darauf ein Film- und Klangspektaktel des Konzept-Büros „rüstungsschmie.de“ projiziert. Das beeindruckte die Menschen auf der Marienstraße derart, dass sie applaudierten. Gekostet hat die Aktion 90 000 Euro, wobei die Miete der Projektoren einen Großteil verschlinge, sagte Michal Banisch, einer der Macher. Wie das Kunstwerk beim Publikum ankam, damit „sind wir sehr zufrieden“, so Banisch.