Wichtige, zukunftsweisende Technik oder Gesundheitsrisiko? Die Debatte um den Mobilfunk-Standard 5G hat den Neu-Ulmer Stadtrat erreicht. Auf Antrag der FDP hatte die Verwaltung den aktuellen Sachstand zusammengetragen. Diese stellt fest, dass die Stadt Neu-Ulm weder über die Ressourcen noch die Fachkompetenz verfüge, um 5G zu bewerten. Gleichwohl nehme die Verwaltung die Sorgen der Bürger wahr und greife daher auf Erkenntnisse des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Strahlenschutz zurück.

Unsicherheit bei Langzeitwirkung von 5G

Fazit: Auch unabhängig von der 5G-Technologie bestünden wissenschaftliche Unsicherheiten hinsichtlich möglicher Langzeitwirkungen intensiver Handynutzung. Das Bundesamt für Strahlenschutz rate deshalb zur Vorsorge und einem umsichtigen Ausbau des 5G-Netzes.
Dafür plädierte auch Walter Zerb von den Grünen: „Wir sollten im Zweifelsfall vorsichtig sein.“ Sich ein objektives Bild zu machen, sei kaum möglich. Außerdem habe die Kommune wenig zu entscheiden. Fraktionskollegin Hanna Wagner wollte gar nicht mehr diskutieren: „Immissionsschutz ist Kreissache.“ Tatsächlich hat sich der Kreis Neu-Ulm mit dem Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm erfolgreich um Fördergeld für ein 5G-Pilotprojekt beworben.
Thomas Ott (CSU), promovierter Systemingenieur, warb für die neue Technologie: Nach derzeitigen Kenntnisstand gebe es kein Risiko, solange die Grenzwerte eingehalten werden. Die Strahlenbelastung des einzelnen könne sogar sinken, wenn der Empfang durch mehr Sendemasten zielgerichteter wird: „Das Mobiltelefon ist der kritische Part.“ Eine vor der Sitzung von der Organisation „Diagnose:Funk“ verteilte Broschüre nannte er „unseriös“ und „gefährlich“. Rudolf Erne (SPD) ergänzte: „Bei mir herrscht Vertrauen vor.“ OB Katrin Albsteiger versprach auf Bitten von Alfred Schömig (FDP) sich mit Ulm abzusprechen.