Der Schüler, der namentlich nicht genannt werden möchte, macht in diesem Jahr am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium in Weißenhorn Abitur. Er beklagt, dass in der Prüfung zum Mathe-Abi „zu viel Text“ gewesen sei. Und konkreter: „Die Aufgabenstellung war zu lang und zu kompliziert formuliert.“ So habe „Zeit zum Rechnen gefehlt“.

Mathe-Abi: Das sagen Schüler aus Ulm

Anders sehen es Schüler aus Baden-Württemberg. Fragt man in Ulmer Gymnasien, ist das Urteil rundum positiv. „Ganz okay. Ich hab‘ überall was hingeschrieben. Das ist für mich schon was“, sagt die 18-jährige Lena. „Ich denke das reicht für 13, 14 Punkte“, meint ein anderer Abiturient. Im Gegensatz zu ihren bayerischen Kollegen hatten sie mit der Zeitvorgabe keinerlei Probleme.

Was sich aber einige fragen: Wie kann das sein, dass Bayern oder Niedersachsen Sturm laufen, wo doch überall vom vergleichbaren Abitur geredet wird? Die Lösung ist relativ einfach. Es gibt zwar einen Aufgabenpool beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin, in den alle Länder einspeisen und sich wiederum daraus für die Prüfungen bedienen. Doch welche Aufgaben aus diesem Sammelsurium ausgewählt werden, entscheiden wieder die Länder. Zudem müssen die Aufgaben nicht eins zu eins übernommen werden. Untersuchungen aus dem vergangenen Jahr haben gezeigt: Es wird ziemlich viel verändert, vor allem was die Aufgabenstellung angeht – und gerade die soll in Bayern ja das Problem gewesen sein.

Mathe Abituraufgabe 2019 in Geometrie

Abi 2019: Mathe-Prüfung war zu schwer

In Bayern haben am vergangenen Freitag rund 37.000 Abiturienten ihre Mathe-Abschlussprüfung geschrieben. Und viele waren hernach der Meinung: Die Prüfung war zu schwer! Vor allem Geometrie und Stochastik seien problematisch gewesen, berichtete unter anderem der Münchner Merkur. Interessant zudem, dass offenbar nicht nur viele Schüler das so sahen, sondern auch Lehrer.

Mathe-Abi: „Das Problem war, die Aufgabe zu verstehen“

In Niedersachsen etwa hatte eine Lehrerin in eine ähnliche Kerbe geschlagen: „Ich bin total frustriert“, zitierte die Hannoversche Allgemeine Zeitung (haz.de) die Lehrerin. „Bei diesen Aufgaben war es den Schülern kaum möglich zu zeigen, was sie wirklich können.“ Die Aufgabenstellungen aus dem Wahlteil der Klausur seien derart kompliziert formuliert gewesen, sagt die Mathelehrerin, dass sie selbst Mühe hatte, den Sinn zu verstehen. Erst als sie die Musterlösung gesehen habe, habe sie auch verstanden, wie die Aufgaben gemeint gewesen sei. Eine Einschätzung, die auch der Schüler aus Weißenhorn teilt: „Das Hauptproblem war es, die Aufgabe zu verstehen.“

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