Empfang Innenminister: Mehr Polizisten für Neu-Ulm

Dankte für Engagement: Joachim Herrmann zu Besuch in Neu-Ulm.
Dankte für Engagement: Joachim Herrmann zu Besuch in Neu-Ulm. © Foto: Peter Kneffel/dpa
Neu-Ulm / Bernd Rindle 11.09.2018
Die Stadt soll vom Personalprogramm profitieren, verspricht der bayerische Innenminister Joachim Herrmann.

Was das Eintreffen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann beim gestrigen „Blaulichtempfang“ im Neu-Ulmer Barfüßer-Saal betrifft, war sich Landrat Thorsten Freudenberger sicher: „Ein Mann, der für Recht, Ordnung und Sicherheit steht, steht auch für Pünktlichkeit.“ Dass er dennoch zu spät kam, lag vermutlich gerade an seiner Sicherheits-Affinität, denn bevor er zum Volk sprach, machte der Dienstherr einen Abstecher zur Polizeiinspektion Neu-Ulm.

Dort dürfte man sich über seinen Besuch gefreut haben, denn neben Lob und Anerkennung für Polizeiarbeit und Einsatzbereitschaft hatte der Minister auch noch Handfestes dabei: Nach Lage der Dinge kann die Neu-Ulmer Polizei bald mit einem personellen Nachschlag rechnen. „Wir werden schon im nächsten Jahr voraussichtlich 400 zusätzliche Kollegen auf die Dienststellen verteilen können“, kündigte er an. Gerade Polizeireviere „mit besonderen Belastungen“ sollen als erste vom Personalprogramm der Landesregierung profitieren, demzufolge in sieben Jahren 3500 neue Beamte ihren Dienst antreten sollen. „Und Neu-Ulm gehört dazu.“

„Funktionierender Rechtsstaat ist kein Modethema“

Was nicht zuletzt der Stadtentwicklung geschuldet sei: „Neu-Ulm ist eine höchst attraktive Stadt mit enormem Wachstum“, was allerdings auch mit einer höheren Belastung der Sicherheitsbehörden einher gehe. Wobei Herrmann betonte, dass Neu-Ulm von der Kriminalitätsbelastung her noch unter dem Landesdurchschnitt im Freistaat liege, der in Deutschland allein schon ohnegleichen gut sei.

„Ein funktionierender Rechtsstaat ist kein Modethema für uns, sondern wird in Bayern seit jeher besonders wichtig genommen. Deshalb steht Bayern mit der niedrigsten Kriminalitätsbelastung am besten da.“ Oder wie es Beate Merk (CSU) ausdrückte, die ein neues Landtagsmandat anstrebt und auch künftig dem Innenausschuss angehören will: „Wir leben im sichersten Bundesland.“

Härtere Strafen für Pöbler

Dass dem so ist, führt Joachim Herrmann neben allen politischen Anstrengungen um eine gute personelle, technische und infrastrukturelle Ausstattung der Sicherheitsbehörden, Hilfs- und Rettungsdienste vor allem auch auf die persönliche Einsatzbereitschaft und nicht zuletzt das ehrenamtliche Engagement zurück.

Ein Großteil der „landesweit 450.000 Frauen und Männer“, auf die „Tag und Nacht Verlass“ sei, und die ihre „eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, um anderen zu helfen“ tue dies ehrenamtlich. „Das ist großartig, vielen Dank für diesen Einsatz.“ Umso härter müssten diejenigen bestraft werden, so Herrmann, die Helfer beleidigten oder gar angriffen.

Diesen guten Standard zu halten, sei aber kein Selbstläufer, sondern erfordere unentwegte Anstrengungen und dulde kein Nachlassen, mahnte der Innenminister. „Sicherheit ist wichtig für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, und dass Menschen Vertrauen in den Rechtsstaat haben.“ Die Bürger sollten gut überlegen, ob sie das aufs Spiel setzen wollten, sagte der Franke mit Blick auf die Landtagswahl.

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