Nur wenige Sätze verlor der Vorsitzende des FC Burlafingen (FCB), Erich Niebling, auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am Freitagabend in der Iselhalle über die kurz vorm Wochenende bekannt gewordenen Hallenpläne dreier Vereine aus Neu-Ulm und Elchingen. Da sei ja  nun „irgendwie eine Großhalle im Gespräch“, merkte er zu Beginn seines Rechenschaftsberichts an.  Er werde sich deshalb in den nächsten Wochen mit dem Vereinsvorstand sowie mit dem Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zusammen setzen. „Dann reden wir darüber, ob so etwas überhaupt möglich ist und ob Geld dafür da ist.“ Niebling machte allerdings keinen Hehl daraus, dass er skeptisch ist. „Das steht alles in Frage.“

Wie berichtet, schwebt dem TSV Pfuhl mit seinen erstklassigen Turnern, dem SV Oberelchingen mit seinen in der zweiten Liga spielenden Basketballern sowie insbesondere den Handballern des FC Burlafingen eine Halle für Spitzen- und Breitensport gleichermaßen vor. Als Standort für eine solche Halle mit 1500  bis 2500 Zuschauerplätzen wünschen sich die in die Überlegungen involvierten Akteure ein Grundstück beim Schulzentrum Pfuhl, das dem Landkreis Neu-Ulm gehört. Finanzieren soll den Bau nach Vorstellungen der Vereinsvertreter zu 60 Prozent die Stadt Neu-Ulm. 20 Prozent soll der Bayerische Landessportverband zuschießen, die restlichen 20 Prozent sollen die Vereine selbst tragen – eventuell auch über Sponsoren.

Hintergrund der Bestrebungen ist aus Sicht der Vereine der Umstand, dass die Hallenkapazitäten in Neu-Ulm nicht ausreichen, vor allem was die Präsentation des Spitzensports betrifft. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg hatte auf Nachfrage dieser Zeitung allerdings zurückhaltend reagiert, speziell im Blick auf den SV Oberelchingen: Es könne schließlich nicht Aufgabe der Stadt sein, für eine andere Kommune und einen auswärtigen Klub eine Halle zu finanzieren.

Nicht eingebunden

Auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE wurde FCB-Vorsitzender Niebling gestern noch deutlicher. Der Vereinsvorstand sei bis dato überhaupt nicht in die Hallen-Überlegungen eingebunden worden, es habe sich gewissermaßen um einen „Alleingang“ des Handball-Fördervereinsvorsitzenden Anton Glöckler gehandelt. Ein neue Halle werde schätzungsweise zehn Millionen Euro kosten. Selbst wenn an den drei Vereinen nur 20 Prozent der Kosten hängen bleiben sollten, übersteige dies doch den Rahmen des FC Burlafingen mit seinen gut 1300 Mitgliedern. „Im Gegensatz zu Pfuhl und Elchingen mit ihren berufsmäßigen Spielern sind wir ein Verein, der in erster Linie für die Gemeinde da ist.“

Anton Glöckler vom Handball-Förderverein betonte gestern noch einmal, dass eine neue Halle „für uns ein riesiger Schritt nach vorne wäre“. Natürlich handele es sich bislang um rein informelle Pläne, „es gibt noch keinerlei Beschluss“. Auf der nächsten Ausschusssitzung des FC Burlafingen in der kommenden Woche werde man das Thema allerdings besprechen und sich dann hoffentlich ein Bild davon machen können, ob und inwieweit auch bei den anderen Abteilungen des Vereins Hallenbedarf bestehe. Er jedenfalls wolle dafür werben.