Töpfermarkt Große und kleine Geschenke

 Roselie Keil zeigt den Neu-Ulmern schon im dritten Jahr, wie getöpfert wird.
 Roselie Keil zeigt den Neu-Ulmern schon im dritten Jahr, wie getöpfert wird. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka 03.09.2018

Er ist seit 33 Jahren der Markt der großen Geschenke und der kleinen Präsente. Der Töpfermarkt in Neu-Ulm hat von seiner Attraktivität nichts verloren. Handwerker aus nah und fern schätzen ihn, viele Besucher am Samstag und Sonntag ebenfalls.

Die weiteste Anreise hat Bernard Arcikauskas aus Kaunas in Litauen hinter sich: Mehr als 1500 Kilometer, sagt er. Er lädt seinen Kleintransporter voll mit seinen Waren und besucht in den nächsten sechs Wochen gleich sechs Märkte in Deutschland und Österreich. Vor allem seine auf einem Stab sitzenden Tierfiguren sind zum Brüllen komisch. Aaron Schmid von Serenti-Keramik aus Irsee im Allgäu hat Pflanzgefäße und Schalen in einem außergewöhnlichen Rinden-Design dabei. Letztere haben einen gläsernen Boden in verschiedenen Farben. Das liegt daran, dass er Baum-Asche einbrennt. Die darin enthaltenen Metalle sorgen dafür, dass die Schalenboden grün (Kastanie), blau   (Ebenholz) oder violett (Mooreiche) schillert.

Francesca Kieser preist Ingwer-Knoblauch-Reiben aus glasiertem Ton an. Ihre Verkaufsshow lässt die Menschen stehen bleiben: „Der Vorteil liegt klar auf der Hand“, sagt sie. „Sie legen das Ganze samt der Reibe ins Wasser oder Essen und kochen dann. Nichts geht verloren, und auch die Reibe ist dann wieder sauber.“ Das überzeugt viele. Wer sehen will, die getöpfert wird, ist bei Roselie Keil aus Mannebach bei Trier richtig, die schon im dritten Jahr geduldig ihre Schau-Töpferei aufgebaut hat. 

Gekauft wird viel, denn Weihnachten steht fast vor der Tür. Aber nicht nur Großes geht über den Tisch, sondern auch Kleines. So kauft Großtante Christa aus Pfuhl für ihre sechs Wochen alte Nichte Emily ein getöpfertes Namensschild. „Der Töpfermarkt ist toll, ich besuche ihn jedes Jahr.“

Schlechtes Wetter ist für Geschäfte besser

Einkaufssonntag Klar, wer auf dem Rathausplatz ein italienisches Fest feiern will, setzt auf Sonne und warme Temperaturen. Das war am Sonntag nicht der Fall. Aber schlechtes Wetter ist für die Innenstadt-Händler besser. Und so besuchten doch einige die offenen Geschäfte, vor allem die Glacis-Galerie, aber auch Möbel Mahler. Insgesamt waren über 100 Geschäfte offen. Der neue Citymanager von Neu-Ulm, Florian Fuchs, war schon gegen 17 Uhr, also eine Stunde vor Ladenschluss, zufrieden: „Wetterbedingt waren die Läden bald voll.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel