Neu-Ulm / Moritz Clauß Im August war die Angeklagte nicht im Gericht erschienen. Nun erklärte sie, was sie mit dem Geld getan hat.

Das Amtsgericht hat eine heute 36-Jährige zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die ehemalige Vorsitzende des Fördervereins der Erich-Kästner-Grundschule in Ludwigsfeld hatte gestanden, Anfang 2018 über 8000 Euro vom Konto des Vereins abgehoben und für private Zwecke genutzt zu haben.

Kripo holt Angeklagte in Spanien ab

Zum ersten Gerichtstermin im August vergangenen Jahres war die Angeklagte nicht erschienen. Ihr Anwalt teilte damals mit, sie sei in die spanische Stadt Mojácar gezogen. Doch die Frau meldete sich und ihre Kinder nicht um. Mit einer Ummeldung „hätten Sie sich ganz viel Ärger erspart“, sagte Richter Thomas Mayer. Er hatte einen Haftbefehl gegen die Frau erlassen. Die Kripo holte die Angeklagte Ende Februar in Madrid ab, danach saß sie in der JVA Memmingen in Untersuchungshaft.

In der Verhandlung erklärte die 36-Jährige, ihr Ex-Partner zahle keinen Unterhalt für die zwei gemeinsamen Kinder. Auch das Kindergeld sei ihr gestrichen worden – es fehle eine Bescheinigung des Vaters. Warum sie die nicht organisiert habe, wollte der Richter wissen. „Ich habe nicht so viel Durchsetzungsvermögen“, antworte die Frau. Mayer zeigte sich irritiert: „Normalerweise sind die Jugendämter da hinterher und machen ein bisschen Rambazamba.“

Verteidiger bittet um Verständnis

Das veruntreute Geld habe sie für Essen und Kleidung für ihre Kinder ausgegeben, sagte die Angeklagte. Auch ihrem Ex habe sie etwas Geld überlassen. „Ich habe damit nicht in Saus und Braus gelebt.“ Dem widersprach die Staatsanwältin: Die Angeklagte habe damals pro Monat 2000 bis 3000 Euro vom Vereinskonto abgehoben. „Das übersteigt den täglichen Bedarf“, sagte sie.

Der Verteidiger bat um Verständnis für seine Mandantin: Sie sorge für zwei Kinder, ohne einen Beruf erlernt zu haben. Die Summe erscheine hoch, aber seine Mandantin habe damit auch Löcher gestopft. Vor dem Urteilsspruch entschuldigte sich die Frau, sie werde das Geld zurückzahlen

Die Angeklagte und die neue Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule stimmten einem Vergleich zu: Die 36-Jährige muss 8.303,29 Euro in monatlichen Raten von 150 Euro an den Verein zurückzahlen. Lässt sie eine Rate aus, wird der Gesamtbetrag plus Zinsen fällig.

Der Förderverein finanziert Schulprojekte wie die Gestaltung des Pausenhofs. Jeden Euro, den die Frau genommen habe, hätten Ehrenamtliche hart erarbeitet, sagte Thomas Mayer. Doch die Angeklagte habe nichts beschönigt. „Das ist der erste Schritt zur Besserung.“

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