Weißenhorn / Von Henri Gallbronner

Outdoorklamotten sind Pflicht beim „Anradeln“ auf dem Donautäler-Radweg. Etwa 125 Teilnehmer waren ursprünglich angemeldet. Tatsächlich kommen auf den Weißenorner Schlossplatz allerdings wesentlich weniger; wohl wegen des Wetters. „Hier sind nur die Härtesten versammelt“, stellt der Landrat bei seiner Begrüßung fest. Wie alle anderen steckt auch Thorsten Freudenberger in der entsprechenden Radler-Montur.

Video Anradeln Donautäler- Radweg

Bevor es richtig losgeht, gibt es für die Teilnehmer letzte Anweisungen von Franz Schmid vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), der die Führer für die Tour stellt. Jeder könne die Anstiege in seinem eigenen Tempo fahren: „Aber oben wird gewartet“, meint Schmid und richtet sich dabei auch an die zahlreichen Radler „mit Unterstützung“, wie er die E-Biker nennt.

In drei Gruppen aufgeteilt, geht es los auf die erste Etappe über Bubenhausen und Gannertshofen nach Nordholz, wo eine Verpflegungsstation auf die Radfahrer wartet. Vom Weißenhorner Schloss startet die Tour in Richtung Gutterweiher. Das Tempo ist gemächlich, einige Teilnehmer setzen ihre bereits auf dem Schlossplatz begonnenen Gespräche fort. Lediglich an den Anstiegen trennt sich dann die Spreu vom Weizen – beziehungsweise das E-Bike vom Nicht-E-Bike.

Video Anradeln Interview

An der Verpflegungsstation in Nordholz stehen Getränke, Äpfel und Traubenzucker für alle bereit. Die Radler von der Radfahrgruppe des TSV Buch sind begeistert vom ersten Teil. Obwohl sie sich eigentlich gut auskennen in der Region, haben sie bereits jetzt ein paar neue Wege kennengelernt. Besonders ihr Tourenleiter Ludwig Egle ist glücklich, dass er mal nicht vorausfahren muss: „Das werd ich heut’ richtig genießen.“  Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt nicht, denn obwohl man gut im Zeitplan liegt, will Tourenleiter Franz Schmid zügig weiter. Die zweite Etappe geht über Christertshofen und Rennertshofen nach Roggenburg. Dort warten bereits Kaffee und Kuchen im Klostergasthof. Danach steht eine Führung durchs Kloster auf dem Programm.

Einkehren ist auch wichtig

Ganz aus seiner Haut kann Ludwig Egle offenbar doch nicht: Obwohl er an diesem Tag nur Teilnehmer ist, bereichert er die Tour mit seiner Ortskenntnis. „Im nächsten Ort gibt’s gute Gockel“, wirft er ein, obwohl ja gerade erst gegessen und getrunken wurde. Aber schließlich ist ihm das Einkehren sowieso das Wichtigste an einem solchen Ausflugstag.

In Roggenburg angekommen, fahren die Radler, begleitet von Kirchengeläut, auf dem Klostergelände ein. Nach Kaffeepause und Klosterführung führt die letzte Etappe dann über Biberach und Biberachzell wieder zurück nach Weißenhorn, wo das Anradeln schließlich sein Ende findet.

Durch 14 Nebentäler führt der Radweg

Strecke Der „Donautäler“ liegt nicht nur im Landkreis Neu-Ulm: 14 Nebentäler der Donau in Bayerisch-Schwaben und auf der Alb durchquert der seit etwa anderthalb Jahren bestehende Fernradweg. Vergangenes Jahr wurde im Landkreis Günzburg angeradelt, heuer ist der Landkreis Neu-Ulm dran. Dabei geht es zunächst durch das Roth­tal, bevor in Christertshofen auf den Donautäler eingebogen wird.