Verkehr Brücke über B 10 bei Burlafingen später fertig

Die Brücke über die B 10 bei Burlafingen hätte in diesem Monat fertig werden sollen. Das Ganze verzögert sich aber mindestens bis in den Februar hinein. Autofahrer müssen weiter Umwege in Kauf nehmen.
Die Brücke über die B 10 bei Burlafingen hätte in diesem Monat fertig werden sollen. Das Ganze verzögert sich aber mindestens bis in den Februar hinein. Autofahrer müssen weiter Umwege in Kauf nehmen. © Foto: Volkmar Könneke
Burlafingen / Von Edwin Ruschitzka 04.11.2018

Die neue Brücke über die Bundesstraße 10 bei Burlafingen ist deutlich zu erkennen, indes es fehlen die Straßenanschlüsse: Freigegeben wird das Bauwerk nicht wie vorgesehen Ende des Monats, sondern frühestens im Februar nächsten Jahres. Das hat Michael Wagner vom Staatlichen Bauamt in Krumbach auf Anfrage erklärt. Mit der Baufirma, so Wagner, habe es Probleme gegeben. „Das Ganze hat sich verzögert, und im Moment wird verhandelt, wie es weiter geht.“ Schlechte Nachrichten also für alle, die die Straße von Burlafingen nach Steinheim nutzen. Sie müssen weiter Umwege in Kauf nehmen.

Das Brückebauwerk war sozusagen der Einstieg in das umstrittene 30-Millionen-Projekt des vierspurigen Ausbaus der B 10 zwischen der Autobahnanschlussstelle bei Nersingen und der Breitenhofstraße in Neu-Ulm. Mit dem Abbruch der alten Brücke über die zweispurige Bundesstraße war im Mai begonnen worden. Die Spannweite der neuen Brücke ist dem vierspurigen Ausbau angepasst worden.

Noch eine Brücke

Bevor es an den eigentlichen Ausbau der Bundesstraße geht, wird die die Einmündung der Breitenhofstraße, die nach Finningen führt, weiter nach Osten verlegt. In diesem Zusammenhang wird auch die so genannte Bauerbrücke bei Pfuhl neu gebaut. Sie führt den landwirtschaftlichen Verkehr über die B 10. Das Ganze ist im nächsten Jahr geplant.

Notwendige Flächen fehlen

Wann dann tatsächlich mit dem vierspurigen Ausbaubau der stark befahrenen Straße begonnen wird, konnte Wagner nicht sagen. Das Projekt hängt auch davon ab, ob das Staatliche Bauamt die erforderlichen Grundstücke erwerben kann. Dem Vernehmen nach sperren sich einige Landwirte gegen den Verkauf.

Klagen vom Tisch

Ausgestanden ist inzwischen  die juristische Auseinandersetzung um den Straßenausbau. Geklagt hatten dagegen der BUND Naturschutz und der Pfuhler Landwirt Armin Nusser. Die Verhandlung fand Anfang Mai vor der 8. Kammer des bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München statt. Dort tauschten die Befürworter und Gegner sieben Stunden lang ihre Argumente aus. 14 Tage später wurde das Urteil verkündet, allerdings noch ohne ausführliche Begründung. Die Klage wurde abgewiesen, der BUND und der Landwirt müssen die Kosten des Verfahrens tragen: 15.000 Euro. Im Oktober wurde die schriftlichen Begründungen dem BUND und dem Landwirt nachgereicht. Beide Schriftsätze sind etwa 60 Seiten lang.

Keine Befangenheit

In der Urteilsbegründung führt die 8. Kammer aus, dass das Planfeststellungsverfahren der Regierung von Schwaben keine Rechts- oder Verfahrensfehler aufweise. Auch lägen keinerlei Befangenheitsgründe vor. Der verantwortliche Leitende Baudirektor war vom Staatlichen Bauamt in Krumbach zur Regierung von Schwaben in Augsburg gewechselt, also von der planenden Behörde zur genehmigenden Behörde.

Breite verkehrsbedingt

Der BUND hatte seine Klage unter anderem damit begründet, dass die autobahnähnlich Trassenbreite der vierspurig ausgebauten B 10 mit 31 Metern viel zu massiv sei. Auch dem widerspricht der Verwaltungsgerichtshof in seiner Begründung. Dieser notwendige Querschnitt sei durch die Verkehrsprognose begründet worden. Diese Prognose weise keine Fehler auf. Und so gehe die geplante Dimensionierung auch in Ordnung, befand der Verwaltungsgerichtshof. Auch die vom BUND kritisierten Versäumnisse beim Artenschutz wurden zurückgewiesen.

Die Naturschützer und der Landwirt werden das Urteil hinnehmen. Eine Revision war schon bei der Urteilsverkündigung nicht zugelassen worden. Dagegen werden die Kläger auch nicht vorgehen, erklärte BUND-Kreisgeschäftsführer Bernd Kurus-Nägele auf Anfrage: „Es macht keinen Sinn mehr.“

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5,5 Kilometer lang und 31 Meter breit

Bauwerk Der Landschaftsverbrauch ist schon enorm beim geplanten vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 10 zwischen der Autobahnanschlussstelle bei Nersingen und der Breitenhofstraße in Neu-Ulm. Der 5,5 Kilometer lange Teil soll autobahnähnlich gestaltet werden. Und das mit einer Querschnittsbreite von 31 Metern. Nicht nur die Naturschützer des BUND befanden das als zu massiv, Kritik war auch aus allen Fraktionen im Neu-Ulmer Stadtrat zu vernehmen, dazu die Hoffnung, dass man den Querschnitt noch verringern könne. Das ist nicht der Fall, zumal auch der Verwaltungsgerichtshof keine Planungs- und Verfahrensfehler der Regierung von Schwaben sieht.

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