Junge Autofahrer verursachen überdurchschnittlich häufig Unfälle. Besonders hoch ist das Risiko bei Männern. Die Gründe seien Unerfahrenheit, eine hohe Risikobereitschaft und Leichtsinn, sagt Reimund Elbe, Sprecher des ADAC Württemberg. „Viele überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und missachten die physikalischen Grenzen ihres Fahrzeugs.“

Damit das nicht passiert, gibt es für Fahranfänger vielerorts kostenlose oder vergünstigte Fahrsicherheitstrainings. Im Landkreis Neu-Ulm bekommen junge Autofahrer zum Führerschein einen Gutschein für ein Gratis-Training auf dem Verkehrsübungsplatz der Verkehrswacht. Doch die Rücklaufquote liegt bei unter fünf Prozent.

Unfallzahlen steigen

Der Alb-Donau-Kreis bietet ein „Safe-Driver-Ticket“ für Fahranfänger. Sie bekommen drei Monate nach ihrem Führerschein einen Brief mit einem Gutschein über 30 Euro – fast die Hälfte der Kosten für das Sicherheitstraining bei der Verkehrswacht Ehingen. Im vergangenen Jahr nutzten knapp 14 Prozent der Fahranfänger dieses Angebot. „Eltern sollten ihre Kinder für eine Teilnahme am Fahrsicherheitstraining motivieren“, sagt eine Sprecherin des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis.

Der ADAC Württemberg empfiehlt Fahranfängern, das Sicherheitstraining nicht sofort nach dem Führerscheinerwerb zu absolvieren. „Die jungen Fahrer sollten mit einer gewissen Erfahrung zu uns kommen“, sagt Elbe. Beim Automobilclub bekommen junge Menschen einen Rabatt – unter der Woche zahlen sie für das Fahrsicherheitstraining 80 statt 99 Euro, unabhängig davon, ob sie ADAC-Mitglieder sind oder nicht. Das Training bietet der Automobil-Club etwa in Kirchheim/Teck, Stuttgart und Balingen an.

In Baden-Württemberg liegt die Zahl der Verkehrsunfälle bei über 300 000 pro Jahr, Tendenz steigend. 2018 wurden im Land 45 536 Menschen bei einem Unfall verletzt, 440 starben.

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