Bereit zum Abflug: Die Gesellschaft der Pfuhler Seejockel hieß ihr Publikum zur traditionellen Prunksitzung am Samstag in diesem Jahr nicht in der Seehalle, sondern an Bord von Jockel Airline-Flug 111 willkommen. In viereinhalb Stunden ging es einmal um die Welt. Optisch wurde dabei nichts dem Zufall überlassen: Stewardessen in roten Uniformen säumten den roten Teppich auf dem Weg zum Gate, rechts und links der Bühne waren silberne Tragflächen mit blinkenden Positionslichtern befestigt. Das Motto: „Wir jockeln um die Welt“.

Die kurzweilige Reise hatte allerhand zu bieten: Kindergarde, Jugendgarde, Jockel und in diesem Jahr auch erstmals wieder Stadtsoldaten zeigten ihre Tänze. Die 12-jährige Lisa vom Carneval Club Illertal in Senden wirbelte als Tanzmariechen über die Bühne. Die Venezianer stoppten auf einer musikalischen Flugreise in Amerika, Moskau und – natürlich – Venedig. Und die „Unentbehrlichen“, rund 40 Aktive aus verschiedenen Gruppen des Vereins, reisten auf der Suche nach dem schwäbischen Nationalgericht, den Spätzle, durch aller Herren Länder. Fazit: So gut wie daheim schmeckt’s nur daheim.

Allerlei Tipps aus der Bütt

Vier Wortbeiträge brachten die Lachmuskeln in Schwung. Zum Auftakt erzählte die 17-jährige Sabrina Kropp aus den Reihen der Seejockel von ihren Erfahrungen mit der Deutschen Bahn, die bekannterweise oft im Nena-Modus fahre: „Irgendwie, irgendwo, irgendwann.“

Sensationell war Comedienne Wommy Wonder alias Michael Panzer, die in ihrer Paraderolle als Elfriede Schäufele den direkten Kontakt zum Publikum suchte. Zwischen den Tischen lieferte die selbsternannte „Raumpflegerin für den Großraum Pfuhl“ eine Pointe nach der nächsten. Ihre praktischen Tipps für den Alltag ernteten kräftigen Beifall – etwa der zur Kehrwoche: „Bei den Schwaben kommt es nicht darauf an, dass man schafft, es muss sich nur danach anhören.“

Bütt, Showtanz und Musik

Ebenfalls die Schwaben im Visier hatte der saarländische Kulturpreisträger Tommy Nube. Er sang ein Loblied auf Dialekt und Menschen der Alb: „Aller Ursprung deutschen Seins kommt vom Schwäbischen“, erklärte er. Um nach dieser Erkenntnis von einem schockierenden Erlebnis im Urlaub zu erzählen: „Der Busfahrer war freindlich! Da fühlt ma sich als Schwob doch ed wohl! Ich hau gar nix zum Bruddla ghet!“

Zum zweiten Mal reihten sich die beiden Poetry Slammer Andreas Rebholz und Martin Sagert in die Reihe der Büttenredner ein. Akustisch wie optisch sorgten die Schalmeien der Büttelzunft Nersingen und die Weißenhorner Samba-Gruppe „Los Locos“ in auffälligen Kostümen, herrlich schrägen Tönen und mitreißen Rhythmen für Höhepunkte. Eine Persiflage auf den „Lord of the Dance“, ein Showtanz aus dem Herzen Afrikas und eine Einlage der „Seegeister“ rundeten den Abend ab.