Schulsport, Leistungssport, Breitensport  – und alles unter einem Dach: Das schwebt dem TSV Pfuhl, dem FC Burlafingen und dem SV Oberelchingen vor. Als Standort für eine solche Halle mit Platz für 1500 bis 2500 Zuschauern wünschen sie sich das Schulzentrum Pfuhl. Das Grundstück gehört dem Landkreis Neu-Ulm, finanzieren soll den Bau die Stadt Neu-Ulm zu 60 Prozent.

Diese Zuschauer-Kapazität sei besonders für zwei der drei Vereine nötig, sagt Andreas Werther, Vorsitzender des SV Oberelchingen. Dessen Basketballer sehen sich seit Jahren in ihrer Entwicklung gebremst. Sie können nicht in einer höheren Liga spielen, weil die Brühlhalle die Auflagen nicht erfüllt. Wegen eines Ausbaus liegt der Verein mit der Gemeinde Elchingen über Kreuz. Auch die Turner des TSV Pfuhl, erstmals erstklassig, bräuchten eine entsprechende Wettkampfstätte, sagt der Vorsitzende Patrick Winter, selbst Turner. Beim FC Burlafingen sei vor allem das Aushängeschild Handball betroffen, erläutert Anton Glöckler, Vorsitzender des Handball-Fördervereins.

Noch kein Mitgliederbeschluss zur neuen Halle

Vertreter aller drei Vereine schmiedeten den gemeinsamen Hallen-Plan. Informell, wie sie betonen. Es gibt in keinem der Klubs einen Mitgliederbeschluss. Die Überlegungen sind aber doch so konkret, dass Werther, Winter, Glöckler und Martin Rister vom Förderverein der TSV-Turner die Pläne unter dem Titel „Schulsport Leistungszentrum Neu-Ulm-Pfuhl“ jetzt der Presse präsentierten. Es gehe ihnen nicht nur um Spitzensport, sondern um eine Art gesellschaftliches Gesamtpaket.

Wie das aussehen kann, erläutert Werther am Beispiel des SV Oberelchingen. Er biete an sieben Schulen Basketballunterricht mit Profi-Trainern an und sei zudem in der Nachmittagsbetreuung aktiv. Solche Angebote seien ganz im Sinn des Freistaats Bayern, der dafür Zuschüsse bezahlt.  Werther will mit seinem Unternehmen Scanplus im Schulzentrum Pfuhl darüber hinaus IT-Workshops anbieten, auch in den Ferien. Mit den Schulleitern haben die Vereinsvertreter bereits gesprochen, „sie sind begeistert“.

Halle mache professionellere Strukturen möglich

Profitieren würden nicht nur die Schüler, sondern auch die Vereine. Sie bekämen Nachwuchs, könnten die Trainer, die sie für den Leistungssport anstellen, besser auslasten und ihre Strukturen professionalisieren. Das sei nötig, um auch den Breitensport ausbauen zu können.

Die Kosten einer solchen Halle schätzen die Vereinsvertreter auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Sie stellen sich die Finanzierung so vor: 60 Prozent soll die Stadt Neu-Ulm bezahlen, 20 Prozent der Bayerische Landessportverband, und 20 Prozent die drei Vereine „oder Sponsoren“, wie Patrick Winter sagt. Martin Rister vom Förderverein Turnen sieht die Stadt ohnehin in der Pflicht. Sie müsse den Vereinen Sportstätten zur Verfügung stellen. Neu-Ulm sei Zuzugsgebiet und brauche mehr Hallenkapazität.

Alb-Donau-Kreis / Kreis Neu-Ulm

Das Wunsch-Grundstück gehört allerdings dem Landkreis Neu-Ulm. Keine einfache Konstellation in Zeiten der Nuxit-Debatte, das ist auch den Vereinsvertretern klar. Sie hoffen dennoch „auf wertschätzende Gespräche auf Augenhöhe“, wie es Rister formuliert. „In der Betrachtung der Notwendigkeiten für Vereine darf die Kreisfreiheit keine Rolle spielen.“

OB Noerenberg zeigt sich skeptisch

Die Protagonisten haben bereits Gespräche mit dem Landrat und mit dem Neu-Ulmer Fachbereichsleiter Ralph Seiffert geführt. Beide seien offen für die Idee gewesen. Seiffert bestätigt das, dämpft aber die Erwartungen. „Wir stehen ganz, ganz am Anfang. Es gibt Fragen über Fragen.“ OB Gerold Noerenberg zeigt sich skeptisch, gerade im Blick auf den SV Oberelchingen. Auf Anfrage sagte er, es sei nicht Aufgabe der Stadt, für eine andere Kommune und einen fremden Klub eine Halle zu bauen.

Auch der Vorsitzende des FC Burlafingen reagiert zurückhaltend. „Es gibt dazu noch keinen Vorstandsbeschluss“, sagt Erich Niebling, der beim Pressetermin nicht dabei war. Die Mitglieder hörten erstmals gestern Abend in der Mitgliederversammlung von den Plänen.

Das könnte dich auch interessieren:

Wunsch-Grundstück in Nachbarschaft zu vier Schulen


Lage: Zum Schulzentrum Pfuhl an der Heerstraße gehören: Bertha-von-Suttner-Gymnasium, Inge-Aicher-Scholl-Realschule, Karl-Salzmann-Mittelschule, sonderpädagogisches Förderzentrum Rupert-Egenberger-Schule. Nebenan liegt das Turnzentrum des TSV Pfuhl. Das von den drei Vereinen bevorzugte Areal für die Sporthalle gehört dem Landkreis Neu-Ulm.