Stadt feiert Geburtstag Das sind die Gesichter für 150 Jahre Neu-Ulm

Sechs von zwanzig Gesichtern der „Wir leben neu“-Kampagne (von links): Thomas Greiner, Jürgen Pommer, Silke Bader, Mahmoud Couchane, Elfi Frauendorf und Manfred Gombert.
Sechs von zwanzig Gesichtern der „Wir leben neu“-Kampagne (von links): Thomas Greiner, Jürgen Pommer, Silke Bader, Mahmoud Couchane, Elfi Frauendorf und Manfred Gombert. © Foto: Matthias Kessler
Neu-Ulm / Christine Liebhardt 07.09.2018
Sechs Werbegesichter des Jubiläums stellen sich vor. Sie sollen die ganze Bandbreite der Gesellschaft abbilden.

„Wir wollen möglichst viel vom gesellschaftlichen Spektrum abbilden“, sagt Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. Wenn Neu-Ulm kommendes Jahr seine Stadterhebung vor 150 Jahren feiert, dann soll das öffentliche Bild identitätsstiftend wirken.

Deshalb hat die Stadt für ihre Plakatkampagne „Wir leben neu“ Bürger gesucht, die Neu-Ulm in aller Diversität zeigen: Engagierte in Ehrenamt, Kirchen und Vereinen, Menschen mit Wurzeln im Ausland, Familien, Künstler. Noerenberg freute sich gestern bei der Vorstellung der Gesichter über den „richtig schönen Querschnitt“. 20 Botschafter machen mit, sie haben sich zum großen Teil auf einen Aufruf hin freiwillig gemeldet oder wurden empfohlen, ein paar hat die Stadt gezielt angesprochen.

Sechs von ihnen haben sich gestern vorgestellt. Silke Bader hat auf Facebook von der Aktion erfahren. Da hatte sie, erzählt sie, gerade ihre Brustkrebs-Erkrankung hinter sich gebracht. Der Slogan sprach sie an: „Das ist für mich ein neues Leben in meiner Stadt.“ Mahmoud Couchane ist in Tunesien geboren und lebt seit 1974 in Ulm und Neu-Ulm. Er ist Mitglied im Internationalen Beirat und will nicht nur die Stadt, in der er lebt, sondern auch geflohene Menschen unterstützen. „Sie brauchen Hilfe, diese Leute sind nicht zum Spaß hierhergekommen.“

Seit über 50 Jahren in der Lebenshilfe engagiert

Der frühere Stadtrat Manfred Gombert hat zwei Motive, mitzumachen: Zum einen will er Jugendlichen helfen, eine Perspektive zu bekommen, zum anderen hat er eine behinderte Tochter und ist seit mehr als 50 Jahren in der Lebenshilfe engagiert. „Neu-Ulm hat Menschen mit Behinderung gegenüber immer ein offenes Herz gezeigt“, findet er. „Auch sie sind Teil unserer Bevölkerung.“ Die Malerin Elfi Frauendorf lebt seit 42 Jahren in Neu-Ulm und sagt: „Als ich die Stadt das erste Mal betreten habe, habe ich gewusst: Das ist meine Heimat.“ Neu-Ulm tue viel für Kunst und Kultur, auch für die Menschen. Die Stadt sei „der Traum meiner Wirklichkeit“.

Stellvertretend für die Kirchen waren Pfarrer Thomas Greiner und Dekan Jürgen Pommer vor Ort. Greiner, Pastor in der Friedenskirche, erzählt, er habe das Motto gelesen und gedacht: „Gott sei Dank.“ Denn er ist dankbar dafür, dass die Stadt, die einen so stark militärisch geprägten Hintergrund hat wie Neu-Ulm, nun schon so lange in Frieden lebt. „Wir wollen uns als Christen dafür engagieren, dass das so bleibt.“ Er freut sich über den gemeinsamen Auftritt mit den anderen Kirchen.

„Bewährtes beibehalten, aber auch neue Impulse zulassen“

Auch Jürgen Pommer fühlt sich mit „Wir leben neu“ angesprochen – schließlich sei er selbst noch neu in der Stadt und bereit, vieles zu entdecken. Neu leben, das sei eine gute Mischung: „Bewährtes beibehalten, aber auch neue Impulse zulassen, neu auf Menschen zugehen.“ Pommer will, dass die Kirchen einen Beitrag zum guten Miteinander leisten. Gemeinsam auch mit anderen gesellschaftlichen Gruppen wolle man deshalb schauen: „Wie kann es uns gut gehen?“

Ab Januar 2019 sollen die Plakate in der Stadt aufgehängt werden. Der OB zeigte sich überrascht davon, wie viele Menschen bei der Kampagne mitmachen wollten: „Ich hätte nicht gedacht, wie gut das funktioniert“, gab Noerenberg zu. Der Stadt sei wichtig, die Bürger in den Mittelpunkt zu rücken. „Sie wissen, wie lebens- und liebenswert Neu-Ulm ist“. Deshalb sollen auch bei allen Aktionen im Jubiläumsjahr Menschen im Vordergrund stehen, etwa bei den Bürgerprojekten und dem „Stadtdiamant“, der auf der Karte alle 14 Stadtteile mit der Innenstadt verbindet.

Das könnte dich auch interessieren:

Wer noch mitmacht

Maskottchen Drei Kampagnengesichter gab es bereits: Gin-
Brenner Frank Steinle, Skater Emanuel Ewals und den ehemaligen GI Carlos Fonseca. Dazu kommen noch acht Solo-Gesichter und sieben Gruppen. Sozusagen außer Konkurrenz laufen Magier Florian Zimmer als Partner des Jubiläums und ein humanoider Roboter des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums. Er ist nicht nur Maskottchen des Jubiläums, sondern auch eines der Bürgerprojekte.

Shooting Fotografiert werden die Werbegesichter von kommender Woche an von Philipp Reinhard. Die Slogans zu den Plakaten denken sich die Bürger gemeinsam mit der Werbeagentur Fischer & Friends aus.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel