Kein Discounter ist in Corona-Zeiten vor den Hamsterkäufern sicher. Besonders begehrt: Klopapier. Ob an der Frischetheke, am Kühlregal oder bei den Getränken – gefühlt an jeder Ecke lauern die Horter-Horden. Sie spähen durch die Gänge und warten gespannt auf Nachschub. Wenn ein Supermarkt-Mitarbeiter die Palette mit der heißen Ware endlich anschleppt, geht alles ganz fix: Dann eilen die Vorrats-Junkies aus ihren Ecken herbei, drängeln und stoßen, bis sie genug Packungen in ihrem Einkaufswagen gebunkert haben. Wenige Augenblicke später ist die Palette leergeräumt – und der Supermarkt-Mitarbeiter wischt sich den Schweiß von der Stirn, weil er den Rugby-ähnlichen Rempel-Attacken gerade noch ausweichen konnte.

Baden-Württemberg

Dreihäupls Klopapier-Kuchen war bisher „immer schnell ausverkauft“

Auch die Neu-Ulmer Bäckerei Dreihäupl könnte bald ins Visier der Hamsterkäufer geraten. Dort haben sich die Konditoren eine neue Kreation mit vielversprechendem Namen einfallen lassen: „Dreihäupls Klopapier“. Basis dafür ist ein Marmorkuchen, der mit einer weißen Zuckermasse übergossen und anschließend in Form gebracht wird. Die rosafarbenen Zuckerblumen runden das süße Werk ab, sodass es einer mehrlagigen Komfort-Rolle zum Verwechseln ähnlich sieht.

Seit vergangener Woche steht der Kuchen in der Auslage. Und schon jetzt ist klar, dass die Idee kein Griff ins Klo war, sondern vielmehr zum großen Geschäft werden könnte. Chef Martin Dreihäupl ist mit der Arbeit seiner Konditoren sehr zufrieden: „Der Klopapier-Kuchen war bisher immer schnell ausverkauft.“ Echte Hamsterkäufe habe es noch nicht gegeben, dafür aber immer wieder Gelächter an der Kasse. „Die Kunden freuen sich über den kleinen Spaß in schweren Zeiten“, sagt Dreihäupl. Er möchte die Produktion der Kuchen in den kommenden Tagen erhöhen ...