Die Corona-Zahlen steigen seit Wochen, doch im Landkreis Neu-Ulm ist die Zahl der Neuinfektionen relativ niedrig geblieben. Die 7-Tage-Inzidenz ist Anfang März sogar unter den Wert von 50 gefallen. Deshalb durften die Geschäfte für alle öffnen, anders als in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis mussten die Kunden keinen Termin vereinbaren.
Das könnte bald vorbei sein. Denn wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstag, 25.03. auf seinem Dashboard meldet, liegt die Inzidenz bei 64,5. Sie ist sehr schnell über die 50er-Marke gestiegen, am Mittwoch, 24.03., lag sie noch bei 45,1.
Die Corona-Regeln würden aber nur dann wieder verschärft werden, wenn die 7-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über dem Wert von 50 liegt – so sieht es die Verordnung des Freistaats Bayern vor. Das bedeutet, dass der Einzelhandel bis dahin wie gewohnt öffnen darf – sofern das Landratsamt nichts anderes beschließt. Sollte am Samstag, 27.03. die Inzidenz immer noch mehr als 50 betragen, würden sich noch weitere Regeln ändern. Das hat das Landratsamt bestätigt. Sollte die Inzidenz am 27.03. immer noch über 50 liegen, würde das Landratsamt am Montag, 29.03. die Bürger darüber informieren. Die für diesen Fall vorgesehenen Einschränkungen würden einen Tag später, am 30.03., in Kraft treten. Allerdings kann es noch Änderungen geben, da die neue Verordnung des Freistaats Bayern, die am 29.03. in Kraft tritt, dem Landratsamt noch nicht vorliegt.

Das gilt, wenn die Inzidenz drei Tage in Folge über 50 liegt:

  • Der Einzelhandel darf nur noch „Click & Meet“ anbieten, Kunden müssen also vorher Termine vereinbaren und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich eine Kundin oder ein Kunde im Geschäft aufhalten.
  • Buchhandlungen dürfen offen bleiben, Kunden müssen keine Termine vereinbaren. Gleiches gilt für Archive und Bibliotheken. Ist das Geschäft maximal 800 Quadratmeter groß, darf sich auf 10 Quadratmetern Verkaufsfläche eine Person aufhalten. In größeren Geschäften kann ein weiter Kunde je 20 Quadratmeter eintreten.
  • Museen, Galerien, zoologischen und botanischen Gärten sowie Gedenkstätten dürfen öffnen – Besucherinnen müssen sich aber mit ihrer Adresse anmelden.

Friseure bleiben offen

  • Friseurläden und Kosmetikstudios dürfen Kunden bedienen, aber nur nach vorheriger Terminbuchung.
  • Fahrschulen dürfen offen bleiben. Es gilt Maskenpflicht.
  • Unterricht an Musikschulen: Instrumental- und Gesangsunterricht darf als Einzelunterricht in Präsenzform weiterhin stattfinden. Im Unterricht ist ein Mindestabstand von 2 Metern zu wahren. Es gilt Maskenpflicht. Diese entfällt nur, während ein Instrument gespielt wird, das nur ohne Maske auf dem Gesicht gespielt werden kann.
  • Außerschulische Bildung: Angebote der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sind in Präsenzform weiterhin zulässig, wenn allen Beteiligten mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Es besteht Maskenpflicht, soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann.
  • Angebote der Erwachsenenbildung sowie sonstige außerschulische Bildungsangebote sind in Präsenzform weiterhin möglich.

Das gilt für Sport drinnen und draußen:

  • Sport ohne Kontakte (mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen) ist erlaubt. Es dürfen aber entsprechend der Regel für private Treffen, maximal fünf Personen aus zwei Haushalten gemeinsam Sport machen.
  • Für Kinder unter 14 Jahren gelten andere Regeln: Bis zu 20 von ihnen dürfen zusammen trainieren – allerdings nur im Freien.
  • In Kindertagesstätten dürfen Kinder nur noch in festen Gruppen betreut werden.

Andere Regeln für Schulen:

  • An den Schulen findet Präsenz- oder Wechselunterricht statt. Das hängt davon ab, ob in den Klassenräumen der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden kann. Abweichend von anderen Bereichen ist die Inzidenz vom Freitag der jeweiligen Vorwoche maßgeblich dafür, was an Schulen gilt.