150 Jahre Neu-Ulm Bürger als Botschafter fürs Stadtjubiläum

Neu-Ulm / Christine Liebhardt 24.01.2019

Noch sind es zwar knapp drei Monate hin, bis es losgeht mit den Feierlichkeiten zur Stadterhebung vor 150 Jahren. Doch Neu-Ulm groovt sich schon mal langsam auf sein Jubiläum ein und trommelt dafür: Seit Anfang der Woche hängen nicht nur in der Stadt, sondern auch nebenan in Ulm 23 großflächige Plakate. Unter dem Slogan „Wir leben neu“ werben auf ihnen Botschafter für das Fest. Das Besondere: Alle sind Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neu-Ulm.

Mit klaren Statements und persönlichen Bekenntnissen sollen sie der Stadt im Wortsinne ein Gesicht geben. Die Plakate werden das ganze Jahr über im Stadtbild auf das Jubiläumsjahr hinweisen. Über mehrere Monate hat Fotograf Philipp Reinhard die Kampagnengesichter abgelichtet – er hat auch schon die Nationalmannschaft der deutschen Fußball-Herren fotografiert.

Die Bürger seien von der Werbeidee sofort begeistert gewesen, wird Oberbürgermeister Gerold Noerenberg in einer Mitteilung der Stadt zitiert. „Wir mussten als Stadt gar nicht lange suchen oder bitten – innerhalb kürzester Zeit waren die Kampagnengesichter gefunden.“

Loyalität zeigen

Mit dabei sind neben Feuerwehr und Musikverein auch Privatpersonen wie Tizian Fendt. Vor einem Jahr ist der 20-Jährige aus der Nähe von Augsburg zum Studium nach Neu-Ulm gezogen. „Ich wohne in der Stadtmitte und bin durch Freunde auf die Aktion aufmerksam beworben“, erzählt der Student, der schon mit 16 Jahren sein eigenes Modelabel gegründet hat. Das heißt „Loyality“, und abgesehen davon, dass durch die Kampagne auch ein wenig Werbung für ihn selbst abfällt, findet Fendt, dass das ganz gut passt: „Ich wollte damit zeigen: Ich bin loyal der Stadt gegenüber.“

Neben Fendt haben viele weitere Privatpersonen, Vereine, Künstler, Musiker, Sportler und Vertreter der Kirchen mitgemacht. Auch das Roboter-Maskottchen Eddi und Magier Florian Zimmer sind zu sehen. Die Botschafter sollen möglichst viel vom gesellschaftlichen Spektrum abbilden, hatte OB Gerold Noerenberg im September bei der Vorstellung der ersten Gesichter gesagt. Der Funke des Jubiläumsgedankens sei sofort auf die Bevölkerung übergesprungen, findet er. „Das hat uns auf der einen Seite überrascht und auf der anderen Seite darin bestärkt, dass der eingeschlagene Weg des ‚Neuen’ für unser Stadtjubiläum absolut richtig ist.“ Es sei schließlich ein Gemeinschaftsprojekt aller Neu-­Ulmer, heißt es in der Mitteilung.

Und das Jubiläumsmotto, das auf allen Plakaten abgedruckt ist, passe zum Charakter der Stadt: Der Neu-Ulmer, heißt es weiter, sei nicht angepasst, wage etwas und breche zuweilen auch mal aus. Woraus? Das lässt die Stadt dann doch offen.

Sechs Monate feiern

Veranstaltungen Statt eines einzelnen Festakts feiert Neu-Ulm seine Stadterhebung mit mehr als 100 Veranstaltungen. Viele werden von der Stadt organisiert, es sind aber auch etliche Bürgerprojekte dabei (wir berichteten). Los geht es am 7. April, Schlusspunkt ist der 29. September. Das gesamte Stadtjubiläum steht unter dem Leitgedanken „Wir leben neu“.

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