Ulm / Jana Zahner mit dpa Nach dem Ausbruch der Blauzungenkrankheit im Landkreis Waldshut-Tiengen ist das Virus auch in Calw aufgetreten. Eine Belastung für die Landwirte.

In einem Betrieb in Bonndorf im Schwarzwald (Landkreis Waldshut-Tiengen) ist der Ausbruch der Blauzungenkrankheit festgestellt worden. Das Tierseuchenrecht sieht vor, dass um betroffene Betriebe eine Restriktionszone von mindestens 150 Kilometern eingerichtet wird. Daher wurde im Dezember ganz Baden-Württemberg zum Sperrgebiet erklärt, im Januar folgte der Landkreis Neu-Ulm. Die Zone werde jetzt nach einem Fall bei Calw weiter auf den Landkreis Günzburg und den westlichen Landkreis Dillingen an der Donau ausgeweitet, bestätigen die Pressesprecher der beiden Landkreise.

Belastung für die Bauern

Für Tierhalter bedeutet dies: Wer Wiederkäuer hält, muss deren Haltung und Standort beim städtischen Veterinäramt als untere Tiergesundheitsbehörde melden. Nur nachweislich gesunde oder geimpfte Tiere dürfen verkauft werden. „Für die Tierhalter ist das eine Beschwernis“, sagt Dr. Manfred Enderle, zuständiger Veterinär beim Landratsamt Neu-Ulm.

Johannes Häußler, Landwirt aus Breitingen, hat nur ein Wort für die Situation: „Scheisse.“ Da die Kälber nicht mehr ins Ausland ausgeführt werden dürfen, sei der deutsche Markt überschwemmt. Die Folge: Fallende Preise. „Anfang Januar habe ich für ein Kalb noch 120 Euro bekommen, heute bekomme ich 80“, sagt der Landwirt. Hinzu kämen die hohen Kosten für die Impfungen von rund 380 Milchkühen und Blutuntersuchungen. Dabei erlitten Rinder, anders als Schafe, durch den Virus keinen Schaden, sagt Häußler.

Auch ein weiterer Landwirt aus dem Alb-Donau-Kreis, der nicht namentlich genannt werden will, hat gestern seine 260 Kühe geimpft und klagt über die Tierarztkosten. Zudem belaste die Impfung die Kühe. „Bei meinem Bekannten hat es nach der Impfung mehrere Fehlgeburten gegeben. Jetzt hoffe ich, dass unseren Tieren nichts passiert“, sagt er.

Krankheit für Menschen ungefährlich

Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung, die ausschließlich Wiederkäuer wie Rinder, Schafe, Ziegen, Dammwild und Kamelartige befällt. Überträger sind Mücken, sogenannte Gnitzen. Der warme Herbst habe die Ausbreitung der Viren begünstigt, sagt der Veterinär Enderle. Eine vorbeugende Impfung ist gegen bestimmte Typen des Erregers möglich.

Besonders Schafe leiden unter der Krankheit: sie bekommen hohes Fieber, die Zunge schwillt an und färbt sich blau. Bei Rindern treten dagegen meistens keine offensichtlichen Symptome auf.

Für Menschen ist die Krankheit aber nicht gefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können daher ohne Bedenken verzehrt werden.

Der Text der Allgemeinverfügung ist auf der Homepage des Landkreises Neu-Ulm zu finden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

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