Neu-Ulm Daimler-Vorstand begrüßt neue Azubis bei Evobus

Neu-Ulm / Frank König 06.11.2018
Mit Renata Jungo Brüngger hat erstmals ein Daimler-Konzernvorstand die neuen Azubis von Evobus willkommen geheißen.

Für die neuen Azubis von Evobus gab es am Montag Karrieretipps aus berufenem Munde. Daimler-Topmanagerin Renata Jungo Brüngger (57), die im Konzernvorstand seit 2016 das Ressort Recht und Integrität betreut, ermunterte die 61 Berufsanfänger zu authentischem Verhalten. Es gehe in der modernen Berufswelt vor allem darum, sich selber treu zu bleiben. „Schauen Sie voraus“, sagte Brüngger in der Lehrwerkstatt von Werk 4, „erkennen Sie, was Sie wollen und lassen Sie sich nicht verbiegen.“

Die Schweizer Juristin beantwortete auch Fragen der aufgeweckten Lehrlinge. So wollten die Azubi-Moderatoren Maike Hofmann und Tom Kuhn von Brüngger wissen, ob sie trotz ihrer Verantwortung für die Einhaltung der Spielregeln bei Daimler (Compliance) schon mal was ausgefressen hat. Hier und da ein Parkticket kassiert, etwas zu schnell gefahren, „ganz normale Sachen“, antwortete sie.

Und wie fühlt sich eine Frau in der Männerwelt eines internationalen Industriekonzerns, wird sie benachteiligt? „Ich arbeite seit 20 Jahren in männer-dominierten Firmen“, sagte Brüngger. Benachteiligungen habe sie auf der Führungsebene, auf der eher Kompetenzen ausschlaggebend seien, noch nicht wirklich erlebt.

Rundgang durch die Werkstatt

Beim Rundgang durch die Werkstatt ließ sie sich auch den Umgang mit der Metallfeile und dem Lackierprogramm „Virtual Paint“ erläutern, das Lackier­arbeiten auf einem Bildschirm simuliert und – teure – Fehler wie zu starkes Auftragen von Farbe registriert. Ausbildungschef Berthold Funk und sein Team sagten: „Für den Anfang ganz gut.“

Renata Jungo Brüngger war das erste Vorstandsmitglied, das im Rahmen der regulären Azubi-Begrüßungen nach Ulm/Neu-Ulm kam – dem demnach größten Ausbildungsbetrieb der Region. Außerdem handelt es sich beim Omnibusproduzenten Evobus um die größte Konzerntochter.

„Willkommen beim Daimler“, sagte sie zu den jungen Leuten und machte ihnen klar: „Wir leben in spannenden Zeiten.“ Die Themen reichten vom autonomen Fahren über die Diesel-Krise und Elektromobilität bis zum Carsharing. Daimler werde auf diese Weise immer mehr vom Auto- und Truck-Produzenten zum Anbieter von Mobilitätslösungen: „Das Unternehmen wandelt sich.“

Gleichwohl gelte vor allem auch für die Setra-Omnibusse: „Wir bauen schöne, perfekte Produkte.“ Die Aufgabe des Berufsnachwuchses liege nun darin, Tradition und Moderne zusammenzuführen und die Mobilität der Zukunft zu gestalten: „Dafür brauchen wir Sie.“ Bei der Veranstaltung begrüßte Brüngger auch zwei schon fertige Azubis mit Migrationshintergrund: aus Nigeria und Pakistan.  Tom Kuhn und Melanie Anderer dürfen nach einer Verlosung demnächst einen Tag mit ihr in Untertürkheim erleben.

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Daten und Fakten zur Ausbildung

Werk Bei Evobus wurden seit Übernahme von Kässbohrer durch Daimler 1995 fast 2000 Lehrlinge ausgebildet, berichtete Renata Jungo Brüngger. Es gibt acht Ausbildungsberufe und fünf duale Studiengänge.

Das Werk stellt inzwischen nur noch Setra-Reisebusse her – Mercedes-Stadtbusse kommen aus Mannheim. Evobus beschäftigt vor Ort 3900 Mitarbeiter: im größten Industriebetrieb der Region.

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