Ob Martin Bendel, Ulms Finanzbürgermeister, die Feier in der Ratiopharm-Arena zum Auftakt des Neu-Ulmer Stadtjubiläumsjahres jemals vergessen wird? Wahrscheinlich nicht. Zu gut waren die Tricks des komischen Magiers Gregory Wilson aus den USA, der sich ausgerechnet Bendel ausgeguckt hatte, auf die Bühne zu kommen. Zuerst nahm der Magier ihm die Brieftasche ab. Die bekäme er wieder, wenn er sagen könne, in welcher Hand Wilson ein zunächst gut sichtbares Geldstück halte. „Martin, Martin, versuch es noch einmal“, sagte er auf Englisch. Pech gehabt. Natürlich tauchte die Münze immer in jener Hand des Magiers auf, die Bendel nicht geraten hatte.

 Neu-Ulm kann feiern. Das weiß, wer am Sonntagabend unter den 3500 Gästen war. Die Stadt hatte zum Auftakt anlässlich von 150 Jahre Neu-Ulm geladen und den Gästen eine bunte Show geboten.

Bayern ist stolz auf Euch

Da waren die Magier, da war der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der im Gespräch mit dem Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg bekannte: „Stuttgart hat Ulm, München hat Neu-Ulm.“ Soll heißen: „Bayern ist stolz auf Euch.“ Mit diesem Satz, und dem Zusatz „ein tolles Jubiläum“, hat sich Söder dann auch ins Goldene Buch der Stadt eingetragen – nach einem 20-minütigen Gespräch mit Noerenberg, moderiert auf der Bühne von den Radioreportern Marina Miller und Thommi Stottrop.

150 Jahre Magiershow: Neu-Ulm feiert Auftakt zum Jubiläumsjahr

Für Söder ist „Neu-Ulm wie New York – eben auch neu“. Auf der Bühne stand auch ein sichtlich entspannter Neu-Ulmer Oberbürgermeister, geschmückt mit der Amtskette, die er stolz trug. Sein Wunsch für die Zukunft Neu-Ulms: „Zufrieden sein, stolz sein auf die Erfolge und sorgsam miteinander umgehen.“

Fest als Geschenk der Stadt

Das Fest war ein Geschenk der Stadt an die Einwohner, zu dem viele Familien gekommen waren. Ein Film über die 150-jährige Geschichte wurde gezeigt, Jubiläumsmaskottchen Eddi stand mit auf der Bühne, Tänzer des Vereins FKV rockten die Halle.

Höhepunkt des Festes waren allerdings die Zauberkünstler. „Ich habe einige der besten Magier der Welt zu uns nach Hause eingeladen“, sagte Florian Zimmer, Magier aus Ulm. Stimmt. So wie Aaron Crow, ein „Mental Magier“ aus Belgien, der in einer dramatisch aufgezogenen Show den Ring einer Frau mit Pfeil und Bogen aus einem Apfel schoss. Oder Mike Chao aus Taiwan, der mit seinen Taschenspielertricks Karten aus der Luft pflückte. Der Publikumsliebling war allerdings Gregory Wilson, der in der Sparte Comedy antrat. Er knöpfte Martin Bendel die Brieftasche ab, warf dessen Geldkarten ins Publikum, räuberte ihm 20 Euro weg, das Handy und zu guter Letzt die rote Krawatte. Das alles in einem derart rasanten Tempo, dass weder Bendel noch das Publikum wusste, wohin es zuerst schauen sollte. Dafür gewann Wilson den Publikumspreis in Höhe von 5000 Euro. Den Fachpreis des Internationalen Kulturpreises der Zauberkunst, ebenfalls mit 5000 Euro dotiert, ging an „Magus Utopia“, eine Gruppe aus den Niederlanden, die mit einer bombastischen Feuershow beeindruckten.

Ein magischer Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten.

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Extraschicht Neben Stadtführungen und Baumpflanzaktionen ist dieser Termin zum Jubiläum etwas Besonderes: Extraschicht heißt die Aktion, an der sich 25 Neu-Ulmer Unternehmen beteiligen. Sie öffnen am Freitag, 17. Mai, ihre Türen und bieten Führungen und Mitmach-Aktionen. Ein Shuttlebus fährt die Besucher zwischen den Betreiben hin und her. 16 bis 22 Uhr.

Feier-Tage Die Neu-Ulmer Innenstadt wird am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juni, zur Festmeile mit Musik, Kultur und Überraschungen. Das ausführliche Programm ist im Internet einsehbar, unter www.wir-leben-neu.de.