Neu-Ulm Sex-Verbotsschild an Parkplatz sorgt für Aufregung

Die Aufschrift des Schildes lässt wenig Interpretationsspielraum
Die Aufschrift des Schildes lässt wenig Interpretationsspielraum © Foto: SWP
Neu-Ulm/Ulm / Tobias Herrmann 13.03.2018
Kein Sex-Parkplatz: Ein Schild mit einer eindeutigen Botschaft sorgt für Wirbel in Neu-Ulm. Wer das Schild aufgestellt hat, ist unbekannt.

„Das ist ein Parkplatz... und kein Fickplatz.“ Die Aufschrift auf dem Schild am Gartenzaun eines Kleingarten ist eindeutig. Ein Unbekannter hat den Hinweis nahe des Donaubads Neu-Ulm aufgestellt.

Der Kleingartenverein Neu-Ulm distanziert sich klar von dem Schild. Sie hätten damit „absolut nichts zu tun“, erklärt ein Sprecher des Vereins. Befände sich das Schild auf einem Gebiet des Stadtverbandes, könnten sie einschreiten. Da es sich allerdings um einen Privatgarten handelt, hätten sie keinerlei Handhabe, sagte der Sprecher weiter.

„Das Schild steht nicht auf dem Donaubad-Gelände“

Auch die Betreiber des angrenzenden Donaubads Neu-Ulm weisen jegliche Verantwortung von sich. „Das Schild steht nicht auf dem Donaubad-Gelände“, erklärt Martin Paul, der Marketingleiter des Donaubads auf Nachfrage. Es sei „sehr schade“, dass sie überhaupt damit in Verbindung gebracht werden, nur weil das Donaubad „zufällig um die Ecke“ liege. Das Bad selbst habe einen Sicherheitsdienst, der auf dem Gelände des Donaubads für Ordnung sorge, erklärte Paul. Alles andere sei ein Fall für das Ordnungsamt.

Bisher keine offizielle Beschwerde

„Die Geschichte des Sex-Schildes ist für die Stadt Neu-Ulm eigentlich keine“, erklärt Sandra Lützel, die Leiterin der Pressestelle Neu-Ulm. Vielmehr hätten sie aus „den Medien und sozialen Netzwerken“ davon erfahren. Zudem liege bisher keine konkrete Beschwerde vor, sodass die Stadt Neu-Ulm vorerst nicht aktiv werden wird, stellt Lützel klar, allerdings würde eine Polizeistreife dort regelmäßig nach dem Rechten sehen. Diese hätte aber nur eingeschränkte Handhabe, da das Schild auf einem Privatgrundstück stehe, räumt die Pressesprecherin ein.

Allgemein müsse bei einem solchen Fall zunächst geklärt werden, ob es sich um Prostitution oder Erregung Öffentlichen Ärgernisses handelt, erläutert Lützel. Im ersten Fall würde das Ordnungsamt einschreiten und ein Bußgeld ab 100 Euro verhängen. Bei einem „Privatvergnügen“ hingegen würden die Ordnungswächter lediglich einen Platzverweis erteilen und den Beteiligten raten, sie mögen sich „ein anderes Plätzchen suchen“, erklärt die Pressesprecherin.

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