Balletttänzerinnen in Tutus, Knaben am Schulpult, niedliche Ponys stimmen zu Robert Schumanns „Träumerei“ schon vorweg auf das zweieinhalbstündige Live-Erlebnis ein. Eine Stimme aus dem Off erzählt von Claude, einem Schüler anno 1900. Mit dem Luftschiff Sphäros am Hallenhimmel reist er um die Welt, bevor er die Liebe seines Lebens findet.

Die Stars der Inszenierung in der Ratiopharm-Arena aber sind die Pferde, mehrere Dutzend Rassen und Farben, herausgeputzt, schnaubend, wiehernd. Was spielerisch leicht wirkt, ist harte Arbeit. Die Mischung aus spektakulärer Reitkunst, atemberaubender Akrobatik, Poesie und Spannung in epischer Rahmenhandlung fasziniert.

„Apassionata“ ist weltweit ein Markenzeichen, nun war die Pferde-Show erstmals in Neu-Ulm. „Der magische Traum“ lockte insgesamt mehr als 6000 Besucher zu den drei Wochenendvorstellungen, bei denen es für die Fans Pferde vom Shetland-Pony bis zum fast zwei Meter großen Shire Horse zu sehen gab.

Der vielfach preisgekrönte Apassaionata-Kreativdirektor Holger Ehlers, von dem auch Drehbuch und Musik stammen, hatte vor einer großen Video-Leinwand alles stilgerecht abgestimmt: Soundtrack, Laser-Spezialeffekte, prächtige Kostüme, Requisiten und Choreografien.

Neun internationale Reiter-Equipen begeisterten mit waghalsiger Trickreiterei im Galopp, Freiheitsdressur, klassischer Dressur, Voltegier- und komödiantischen Einlagen. Claudes Reise-Stationen entführten nach Argentinien mit Tango-Paaren, nach Indien in Maharadscha-Glanz, zu Geishas und Samurai-Kriegern mit Flammenschwertern, zu Eskimo-Iglus oder in den Wilden Westen mit Lassokünstler Miguel Lariata. Nach Happy-End und finalem Aufgalopp zog es viele zur Manege – für Fotos und Streicheleinheiten.