Bei Event-Locations in Ulm und Neu-Ulm sortiert sich der Markt ein Stück weit neu. Wenn der Bauausschuss in Neu-Ulm am Donnerstag grünes Licht gibt, entsteht in der Oldtimerfabrik Classic eine wesentlich größere Gastronomie.

Das Restaurant hat auch schon einen Namen, der auf die Adresse in der Lessingstraße verweist: „Lessing’s“. Die stark erweiterte Gastronomie im Erdgeschoss der Oldtimerfabrik, auf dem zuvor auch Fahrzeuge ausgestellt waren, tritt zweifellos in Konkurrenz mit einer anderen prominenten Event-Location in Neu-Ulm, die zuletzt durch eine umfangreiche Sanierung aufgewertet wurde: dem Wiley-Club.

Ähnliche Dimension

Diese Konkurrenzsituation zwischen dem Wiley-Club mit Investor Thomas Eifert (Gastromenü, Lago)  und dem Lessing’s-Gastronomen Johann Britsch (Finninger „Hirsch“) liefert schon einigen Gesprächsstoff. Das Lessing’s erreicht durch den Ausbau als Veranstaltungsort eine ähnliche Dimension – beispielsweise auch für Hochzeiten – wie der Wiley-Club. Die zwei sind auch Wettbewerber mit ihren jeweiligen Catering-Sparten. Sie gehören außerdem beide dem Gesellschafterkreis der Oldtimerfabrik Classic an. Sowohl Britsch als auch Eifert sehen die Lage freilich entspannt. Beide waren zuvor Caterer in der Oldtimerfabrik, wo Eifert seinen Platz ohnehin schon für Britsch geräumt hatte.

Thomas Eifert betont mit Blick auf das neue Lessing’s: „Ich bin glücklich darüber, ich habe das mit eingefädelt.“ Die Oldtimerfabrik, die zuvor lediglich ein Bistro als Kompromisslösung hatte, brauche eine richtige Tagesgastronomie. Ein solches Lokal in dieser Lage im Industriegebiet sei gleichwohl „schwierig“, so dass es von Veranstaltungen begleitet werden müsse. Die Unternehmen, die seinen Wiley-Club buchten, wollten ohnehin gelegentlich eine Ausweichmöglichkeit. Außerdem gelte in der Wirtschaft: „Wett­bewerb macht kreativ.“

Eifert ist mittlerweile auch aus dem Beirat der  Oldtimerfabrik zurückgetreten, um Interessenskonflikten mit dem Wiley-Club vorzubeugen. Er sieht das Old­timerzentrum auf gutem Weg: Wenn ein anderer der 26 Gesellschafter Anteile verkauft, würde er welche dazukaufen.

Johann Britsch will das Lokal – Genehmigung vorausgesetzt – in etwa 14 Tagen formell eröffnen. Dies hänge noch von letzten Handwerkerterminen ab. Die Küche hat er übrigens bei Eifert und dessen Ausstatter Hogaka gekauft. Die Öffnungstage sind Dienstag bis Sonntag, täglich mit Frühstück, sonntags mit Brunch. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind Themenabende, etwa zu Wein oder Fleisch. Aus Sicht von Britsch ist der Markt in der Doppelstadt groß genug, Er sieht keine Konkurrenz zu Eifert.

Hohe Investitionen

Die Trägergesellschaft der Oldtimerfabrik hat mehrere hunderttausend Euro in den Umbau investiert,  den für den Beirat Harald Seifert (IHK-Vizepräsident, Seifert Logistics) koordinierte. Geschäftsführer ist Stefan Bauer. Es bleibt vorerst offen, welche Beschlüsse die Gesellschafterversammlung auch nach dem Rücktritt Eiferts aus dem Beirat beim nächsten Treffen am 2. Mai fällt.

Während mit dem Lessing’s also eine neue Eventlocation entsteht, verschwindet eine Eventhalle, die sich auch für kleinere Messen wie die „Brobiera“ gut etabliert hatte: Das Werk III von Passigatti wird von Sommer an wohl fest an ein Küchenstudio vermietet. Dafür gab es zunächst noch keine offizielle Bestätigung.

Gleichzeitig wandelt sich wiederum das Bootshaus von Ebbo Riedmüller an der Donau nach der Insolvenz der Tagesgastronomie seines Pächters Marcus Bühler, wie berichtet, in einen reinen Standort für Veranstaltungen.

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Neues Party-Restaurant im Ausschuss


Genehmigung Das Rathaus schlägt dem Baussschuss vor, das Restaurant Lessing’s abzusegnen: mit 248 Quadratmetern Fläche und einem flexibel gestaltbaren Seminarraum mit 200 Quadratmetern. Die Stellplätze wurden von zuvor 57 auf 65 ausgeweitet. Aus dem Kreis der örtlichen Veranstalter interessiert sich vor allem Gern Geschehen (Carlheinz Gern, Stefan Huber) für die neue Location Lessing’s.

Tanzpartys Dorthin soll die Ü 30-Party Disco-Inferno verlegt werden, für die im Wiley samstags kein Platz mehr war. Das Disco Inferno ist am 4. Mai nochmal übergangsweise als „River Clubbing“ im Bootshaus. Gern will die Oldtimerfabrik zu seiner „Haupt-Location“ machen, auch wegen der vom Wiley-Club bekannten Kombination von „Dining und Dancing“. Man schließe aber eine Rückkehr in die frühere Stammlocation Wiley-Club nicht aus.

Gern hatte zuletzt schon die Ü 40-Discofox-Party „Forever Young“ in der Oidtimerfabrik veranstaltet. Der Bedarf an diesen Ausgehmöglichkeiten ist enorm: Bei der halbjährlichen großen Ü 30 im CCU am Samstag waren auf mehreren Floors annähernd 2000 Partygäste – eine noch nie erreichte Zahl.

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