Nach der Vereidigung durch OB Gerold Noerenberg versprach Antje Esser mit diesem gut zusammenzuarbeiten. Esser, vor sechs Monaten im Nuxit-Streit von der SPD zu PRO Neu-Ulm gewechselt, wurde am Donnerstag in geheimer Abstimmung mit 23 Stimmen gewählt. Auf die Dritte Bürgermeisterin Rosl Schäufele fielen 18 von 41 Stimmen. Die Wahl war zwar geheim, aber Esser dürfte damit alle Stimmen der CSU (17 Stadträte und der OB, es fehlte eine Stadträtin) sowie von PRO (5) erhalten haben. Der Rest dürfte für Schäufele votiert haben, wobei aus dem FDP-Quartett nur ein Stadtrat anwesend war.

Der Wahl gingen Verhandlungen hinter den Kulissen voran. So wäre die CSU nach den Worten von Fraktionschef Johannes Stingl bereit gewesen, sich hinter Rosl Schäufele zu stellen, wenn die SPD ihrerseits bei der Wahl der Dritten Bürgermeisterin Antje Esser unterstützt hätte. Doch dazu waren die Sozialdemokraten nicht bereit.

Eiertanz der SPD

Überhaupt tat sich die SPD schwer damit, einen Kandidaten für diese Wahl zu finden. Die Genossen legten einen ziemlichen Eiertanz aufs Parkett. Noch vor einer Woche hatte es Schäufele abgelehnt, den Posten der Dritten Bürgermeisterin zu räumen und als Zweite Bürgermeisterin zu kandidieren. Worauf die SPD  den Gerlenhofener Stadtrat Ulrich Seitz zur Kandidatur überreden konnte. Was folgte, war der Protest fast aller anderen Fraktionen: Zwei SPD-Stellvertreter seien untragbar, hieß es. Und die CSU signalisierte, in diesem Fall für Esser zu stimmen. Worauf nun nicht Seitz, sondern Schäufele antrat.

Antje Esser ist jetzt bis zur Kommunalwahl im März 2020 gewählt. Als Zweite Bürgermeisterin vertritt sie den OB in allen Amtsgeschäften, sie darf auch in seiner Abwesenheit Sitzungen des Stadtrats und seiner Ausschüsse leiten. Das Versprechen, mit Noerenberg gut zusammenzuarbeiten, wird Esser einhalten. Denn schon in der Vergangenheit stand sie ihm zur Seite, vor allem in der Frage der Kreisfreiheit, die beide wollen.

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