Anfang April hatte der Zwiefalter Gemeinderat die ursprünglich für den 24. Mai angesetzte Bürgermeisterwahl abgesagt. Jetzt steht ein neuer Termin fest: Die Bürger der Münstergemeinde können am Sonntag, 4. Oktober, an der Wahlurne darüber abstimmen, wer in den kommenden Jahren auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen wird. Ein etwaiger zweiter Urnengang würde am 18. Oktober stattfinden. Dem Beschlussvorschlag der Verwaltung stimmte der Gemeinderat am Mittwochabend mehrheitlich bei einer Enthaltung zu.

Vorstellung im September

Das Landratsamt hatte zwischenzeitlich den „Abbruch der Wahl zur Kenntnis“ genommen und zugleich den beiden stellvertretenden Bürgermeistern, Maria Knab-Hänle und Klaus Käppeler, für deren Bereitschaft gedankt, sich in „nicht ganz einfachen Zeiten“ für die Gemeinde einzusetzen. Hauptamtsleiterin Susanne Baumgartner erläuterte den weiteren Fahrplan. Demnach soll die Stelle am 17. Juli und damit noch rechtzeitig vor den Sommerferien im Staatsanzeiger sowie eine Woche später im Gemeindeblatt ausgeschrieben werden. Die potentiellen Kandidatinnen und Kandidaten können ihre Unterlagen bis spätestens am Montag, 7. September, um 18 Uhr im Rathaus abgeben. Der Rat hat beschlossen, eine öffentliche Bewerbervorstellung durchzuführen, aber den Termin dafür am Mittwoch, 23. September, lediglich „in Aussicht gestellt“.

Hoffen auf mehr Bewerber

Bei einem Wahltermin noch vor den Sommerferien am 26. Juli hätten vermutlich noch zu weitreichende Einschränkungen gegolten. „Zudem kann die Wahl auch noch bis zu drei Monate nach dem eigentlich spätestens vorgeschriebenen Termin stattfinden“, erläuterte Baumgartner. „Wir hoffen vor allem, dass sich für den späteren Termin mehr Bewerber melden“, unterstrich Knab-Hänle. Der Wahltermin bedeutet allerdings, dass gegebenenfalls der neue Ratschef erst ab Januar mit der Arbeit beginnt. „Aber wir sind gut aufgestellt und arbeiten intensiv und konstruktiv zusammen“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin weiter. An den Neustart der Bürgermeisterwahl ist natürlich die Hoffnung, geknüpft, dass es keine zweite Welle in der Corona-Pandemie gibt, unterstrich Baumgartner. „Wir sollten uns für den Termin entscheiden und daran glauben, dass es funktioniert“, warb Ralf Aßfalg um Zustimmung seiner Ratskollegen.