Zwiefalten / Von Matthias Jedele

Pünktlich um 19.30 Uhr begrüßte Zwiefaltens Zunftmeister Jochen Fundel Gäste in der sehr gut besuchten Rentalhalle zur ersten Auflage des Zunftballs 2018. Unterstützt wurde Fundel von der Musikkapelle Zwiefalten unter der musikalischen Leitung von Alexander Ott. Traditionell durfte der Rällemarsch, unter dem der Zunftrat einmarschierte, dabei natürlich nicht fehlen. Wie es sich für einen guten Gastgeber gehört, wurden die VIPs natürlich separat im Grußwort bedacht. Und wer einer Einladung nicht nachkam, musste einen entsprechenden Seitenhieb einstecken. So traf es dieses Mal den Bundestagsabgeordneten Michael Donth, der sich lieber in Wilsingen rumtrieb, als sich in Zwiefalten einzuquartieren. „Wenn er meint, dass er bei den Schlanga-Fangr eine bessere Vorbereitung auf seine bevorstehenden Kolumbienreise hat, als bei uns...“, sagte Fundel und verkniff sich den Rest.

Debüt beim Zunftball

Auch das Burggrafenpaar Adrian I. und seine Lieblichkeit Vanessa begrüßte das Publikum und stellte sich vor. Anschließend gab der zweimalige Bruddelpokalsieger (2016 und 2017), Valentin Ott, sein Comedy-Debüt beim Zwiefalter Zunftball. Der 27-Jährige hatte sich hohe Ziele gesteckt. So wollte er einerseits das Publikum gut unterhalten und andererseits noch auf der Bühne ein Date für den Abend organisieren. Hier musste er aber dann enttäuscht feststellen, dass es die ungebundenen Frauen zwischen 20 und 30 Jahren in der Halle entweder mit der Wahrheit nicht ganz so genau nahmen oder tatsächlich mit Abwesenheit glänzten. Einen Abbruch tat dies seiner witzigen Einlage allerdings nicht.

Volle Show-Bühne

Richtig eng wurde es auf der Bühne dann, als der Musikverein und der Fanfarenzug Zwiefalten gemeinsam das Stück „Sierra Madre“ zum besten gaben und so die erste Pause mit eingebauter Stimmungsrunde einläuteten. Hierfür übernahm die Band „double4time“ dann die musikalische Führung.

Sportlich ging es nach der Pause weiter. Die Show-Tanz-Gruppe „Dancing Queens“, mit ihrer Choreographie-Leiterin Melanie Geiger, zeigte eine beeindruckende „Drill-Instructor-Vorstellung“ im Military-Look. So war es nicht verwunderlich, dass das Publikum prompt die erste Zugabe des Abends einforderte, der die 14 Mädels umgehend nachkamen.

Die von Rälle-Büttel Herbert Ott vorgetragene Büttenrede befasste sich neben politischen Themen wie der Flüchtlingszuwanderung, der Diskussion um die „GroKo“, der Erhöhungen der Diäten der Bundestagsabgeordneten, auch um die Kostenexplosion von Stuttgart 21. Selbst die Diskussionen um die Sommer- und Winterzeit, die Homo-Ehe und das Problem von Gaffern bei Unfällen kam nicht zu kurz. Und wie es sich für eine gute Büttenrede gehört, durften dann regionale Themen rund um Zwiefalten nicht fehlen. So bekam das Verkehrsproblem rund um die B312, die „neue“ Politesse und selbst Zunftmeister Jochen Fundel, der beim letzten gemeinsamen Urlaub mit seiner Frau, deren Koffer vergaß einzupacken, sein Fett weg.

Anschließend begeisterten die „Rentalgeister“ mit ihrer Choreographie-Leiterin Gitte Wax das Publikum mit einem kulturellen Tanz, der den Beginn eines kulturellen Austausches der neuen Partnerstämme Pandora (Anm. der Red.: Planet im Kinofilm „Avatar“) und Zwiefalten zum Ausdruck bringen sollte.

Comedy auf hohem Niveau

Das Highlight des Zunftballs zeigte die Comedy-Gruppe „Das Niveau“. Sie unterhielt das Publikum mit vielen Spitzen, Witzen und Songs rund um‘s Zwiefalter Ortsgeschehen und sorgten für jede Menge Lacher im Saal. Besonders gelungen war dabei die Darbietung der „Flucht aus dem Psychoknast“ in Anlehnung an den Ausbruch der drei Insassen aus dem Zentrum für Psychiatrie Ende September. Gegen 23.30 Uhr beendete Zunftmeister Fundel dann die erste Auflage des Zwiefalter Zunftballs 2018.