Von Donnerstag bis Sonntag wird Kultur pur in Zwiefalten geboten: 150 Laiendarsteller zwischen drei und 86 Jahren,  Tiere, grandiose Effekte und die markante Stimme des Sprechers Hans-Jörg Karrenbrock erwecken die Geschichte der Münstergemeinde und der Zwiefalter Braukunst eindrucksvoll zum Leben. Bereits zum vierten Mal finden die Festspiele statt, zum ersten Mal terminlich losgelöst vom Historischen Bierfest der Zwiefalter Klosterbräu im September. Zum einen, so Brauereichef und Drehbuchautor Peter Baader, um den Festspielen die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken und die Bürger zu entlasten, und zum anderen, um in der Ferienzeit ein kulturelles Highlight für Urlauber und Daheimgebliebene bieten zu können.

Zwiefalter werden zu Kulissenbauern

Viele Zwiefalter bringen sich mit großem Engagement ein und werden zu Regisseuren, Kulissenbauern, Kostümschneidern und natürlich Schauspielern. Mönche, Waschfrauen, Soldaten und Bauern haben sich im Vorfeld zu verschiedenen Gruppen zusammengefunden und wurden von Spielführern auf das Stück vorbereitet. Sie setzten sich mit dem Drehbuch auseinander und identifizierten sich mit ihren Rollen. Zum Schluss wurden alle in gemeinsamen Ablaufproben zusammengebracht. Auf dem sonst so beschaulichen Platz vor dem Münster pulsiert bei den vier Aufführungen das pure Leben. In originalgetreuen Kostümen – ausgeliehen beim Naturtheater Hayingen, gekauft beim Kostümhaus Ulm oder  viele auch selbst geschneidert und zusammengetragen – wird mit großer Leidenschaft das Leben vor fast 500 Jahren nachgestellt mit allem, was dazugehört: prächtige Feierlichkeiten und schwere Schicksalsschläge, die dramatische Auflösung der Abtei und der Erhalt der Brauerei. Alte Geräte aus der Landwirtschaft und der Brauerei kommen ebenso zum Einsatz wie Ferkel, Schafe, Hühner und Ziegen, ein Postreiter und Kutschen queren den Schauplatz, Soldaten können bei unerbittlichen Kämpfen beobachtet werden.

Historienspektakel vor dem Münster

Die Besucher erwartet ein 90-minütiges Spektakel mit einer unglaublichen Lebendigkeit und Authentizität. Sie erleben hautnah die Anfänge des Bierbrauens in Zwiefalten mit und können sich in die packende Handlung mit hineinziehen lassen.

„Das ist ein tolles Miteinander von Zwiefalter Bürgern aus allen Bereichen und Altersklassen. Wie viele andere Projekte in unserer Gemeinde hält auch dieses Festspiel den ganzen Ort zusammen. So etwas schafft man auch ohne vollen Geldbeutel“, freut sich Bürgermeister Matthias Henne, der in dieser Veranstaltung ein Aushängeschild für seine Kommune sieht.

Zwiefalten

Wie groß die Begeisterung bei der Bevölkerung ist, zeigt auch, dass Peter Baader überhaupt nicht um Mitspieler werben musste. „Es war gar kein Aufwand die Leute dafür zu begeistern. Sie identifizieren sich mit der Handlung und der Geschichte, für sie ist es selbstverständlich, mit dabei zu sein“, sagt er. Der Text wurde zuvor von jedem Einzeldarsteller in einem Tonstudio auf Band gesprochen: „So können sich alle voll und ganz auf ihre Rolle konzentrieren“.

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95 Prozent aller Akteure waren bereits vor drei Jahren bei den Festspielen dabei, viele spielen bereits zum vierten Mal mit. Durch sie alle wird dieses Stück, das auf wahre Begebenheiten aufbaut, lebendig und auf ganz besondere Weise einzigartig.

Im Fokus stehen die Mönche und das Bier, aber auch der Ort und seine Bewohner sind eng mit dieser Geschichte verknüpft. Hauptfigur ist der arme Bauernsohn Benedikt, der wegen seines besonderen Fleißes im Kloster aufgenommen wird. Eric Fuchsloch spielt Benedikt im Kindesalter, seine Mutter Heike Fuchsloch ist auch im Stück seine Mutter Sofia. Vater Ralf Fuchsloch schlüpft in die Rolle eines Mönchs, der sich des Jungen annimmt und ihn in die Kunst des Bierbrauens einweiht. Den erwachsenen Benedikt stellt Florian Fischer dar. Er kann sich mit seiner Hauptrolle identifizieren und genießt in besonderem Maße das Gemeinschaftsgefühl unter den Akteuren. Und da die Alterung Benedikts so authentisch wie möglich ablaufen soll, wird er zum Schluss von Waldemar John dargestellt.

Im Bierhimmel gibt’s noch Karten

Dass auch alle Vereine in die Festspiele integriert sind, zeigt sich an Zunftmeister Jochen Fundel und an Klaus Fischer, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins. Fundel schlüpft in die Rolle des Bierbrauers Anton Goetz, der sinnbildlich für den Erhalt der Braukunst in Zwiefalten steht. Klaus Fischer verkörpert gemeinsam mit seinen Vereinskameraden Soldaten, die in Zwiefalten einfallen.

Rund 500 Sitzplätze stehen auf der Tribüne vor dem Münster zur Verfügung, die beiden Aufführungen am Donnerstag und Freitag sind bereits ausverkauft. Karten für die Aufführungen am Samstag und Sonntag um jeweils 15 Uhr  gibt es noch im Bierhimmel zu kaufen.

Aufführungstermine 2019

Do., 8. August 2019 - 20:15 Uhr
Fr. 9. August 2019 - 20:15 Uhr
Sa. 10. August 2019 - 15:00 Uhr
So. 11. August 2019 - 15 Uhr

Ticktes

Der Vorverkauf ab Montag, den 24. Juni im Bierhimmel Hofladen, Tel. 07337-200-90).

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500


Sitzplätze gibt es auf der Tribüne vor dem Münster. Für die Aufführungen am Samstag und Sonntag – Beginn ist jeweils um 15 Uhr – kann man noch Karten kaufen.