Wenn das „Schachtlabalett“ auf Männerfang geht und Pfronstettens Bürgermeister Reinhold Teufel bezirzt, taffe Mädels als „Jacksongirls“ zu Michael Jacksons Musik die Bühne stürmen und die Sieben Zwerge vergeblich um die Gunst des lieblichen Schneewittchens kämpfen, dass sich viel lieber für den „Jogger aus Pfronstetten“ entscheidet – dann ist wieder Zunftball in Pfronstetten. Die Narrenzunft „Schäf“ hatte geladen und immer war die Albhalle nahezu voll besetzt mit zahllosen Indianern, Polizisten, Nonnen und anderen bunt und phantasievoll verkleideten Besuchern.

Eine reine Ortsfasnet

„Wir machen nie viel Werbung für unseren Zunftball“, hatte Zunftmeister Kurt Geiger noch vor Beginn des Narrenballs gesagt und sich dennoch zuversichtlich gezeigt, dass die Albhalle gut gefüllt sein würde. „Wir machen ja eine reine Ortsfasnet, so 95 Prozent der Akteure stammt aus Pfronstetten.“ Das spricht sich natürlich rum; die Mundpropaganda reicht, und die Pfronstetter strömen zu ihrer Narrenzunft in die Albhalle, wo viele von zwei Polizistinnen an der Kasse mit Handschlag begrüßt wurden. Eine echte Security braucht es da nicht, die Gäste wissen sich zu benehmen. Und durften doch kräftig mitfeiern. „Dend dui Fasnet aktiv mitgestalta!“, hatte Zunftmeister Geiger den Gästen bei seiner Begrüßung gleich mit auf den Weg in den launigen und unterhaltsamen Abend mitgegeben.

Fasnet Zunftball in Pfronstetten

Den Anfang hatten da schon die Schalmeien um Dirigent Josef Fischer gemacht, mit den „Jacksongirls“ folgten dann die Jüngsten der Narrenzunft. Insgesamt umfasste das Programm 19 Punkte, die verschiedenen Gruppen brachten Tänze, Sketche, Reden und sogar eine „Deutschland sucht den Superstar“-Show auf die Bühne. Immer wieder sorgte das eingestreute Lokalkolorit dabei für besonders laute Lacher, besonders, wenn das ein oder andere Missgeschick aus dem Dorfleben angeführt wurde. Ein Malheur der Feuerwehr auf einer Einsatzfahrt kam dabei ebenso zu Tage wie die unmittelbare Nachbarschaft – nach Hennes Abgang in Zwiefalten streiten sich nun Hayingen und Pfronstetten um die Eingemeindung. Zunftmeister Geiger sorgte mit seiner „Jahresschau“ für den launigen Rückblick. Auch Landrat Thomas Reumann, so verriet Geiger, wäre gerne zum Zunftball gekommen. Doch – dem neuen Buskonzept geschuldet, sei kein Bus pünktlich gefahren. 40 Stunden habe er an der Jahresschau gearbeitet, erzählte der Zunftmeister. Und 40 Helfer sorgten am Samstagabend dafür, dass beim Zunftball alles wie geschmiert ablief. Die Gäste konnten ausgelassen feiern – bis tief in die Nacht.