Apfelstetten Zum Glück Hirn nicht ausgeschaltet

Gestern erfolgte die offizielle Freigabe der Kreisstraße von Apfelstetten nach Münsingen. Zu denen, die das Band zerschnitten, gehörten Gerd Pflumm (4. von links) und  Mike Münzing (rechts).
Gestern erfolgte die offizielle Freigabe der Kreisstraße von Apfelstetten nach Münsingen. Zu denen, die das Band zerschnitten, gehörten Gerd Pflumm (4. von links) und  Mike Münzing (rechts). © Foto: Reiner Frenz
Reiner Frenz 26.06.2018

Geduld war gefragt bei den Apfelstettern in den vergangenen gut 13 Monaten. In dieser Zeit wurde in zwei Bauabschnitten die Kreisstraße 6754 bis zur Bundesstraße 465 ausgebaut, solange waren Schleichwege oder die offizielle Umleitung Richtung Ziegelhäuser zu befahren. Doch dies ist jetzt Vergangenheit und die wenig befahrene Kreisstraße – im Durchschnitt sind es 350 Autos am Tag – ist jetzt wieder für den Verkehr freigegeben.

Dringender Handlungsbedarf

Offiziell geschah dies gestern Mittag, als Verwaltungsdezernent Gerd Pflumm vom Landratsamt zahlreiche Gäste zur Freigabe begrüßen konnte. Pflumm erinnerte daran, dass vor gut drei Jahren der Kreistag auf seiner jährlichen Straßenbesichtigungstour nach Apfelstetten kam, der völlig maroden Straße die Note 6 gab. Den Räten und der Kreisverwaltung sei bewusst, dass Straßen auch und gerade im Ländlichen Raum wichtiger Teil der Infrastruktur seien. Es habe also dringender Handlungsbedarf bestanden. Wegen des eher geringen Verkehrsaufkommens sei ein Kompromiss den Ausbau betreffend gefunden worden. Die Straße ist nicht so breit wie dies die Norm vorschreibe, die Kurvenradien ebenfalls nicht der Norm entsprechend: „So haben wir eine auch finanziell vernünftige Lösung gefunden, ähnlich wie bei der Straße von Marbach nach Ödenwaldstetten. Schließlich gebe es für Straßen mit wenig Verkehr keine Landeszuschüsse, so dass der Kreis 1,2 Millionen Euro selbst zahlen musste.

Bürgermeister Mike Münzing zeigte sich erfreut, dass die Straße nach langer Wartezeit für den Verkehr freigegeben werden konnte. Straßenausbau dürfe nicht allein daran gemessen werden, wie hoch das Verkehrsaufkommen sei, betonte er. Zum Glück hätten die Beteiligten im Falle Apfelstettens das Hirn nicht ausgeschaltet und sich hinter DIN-Normen versteckt, sondern einen passgenauen Ausbau geplant. Münzing wünschte sich in diesem Zusammenhang, dass auch das Land flexibel sein und beispielsweise für solche Fälle gekürzte Zuschüsse geben könnte.

Die Stadt habe die Gelegenheit genutzt, das Gebiet am Ortsausgang zu erschließen, Gehwege zu bauen und Glasfaserleerrohre zu verlegen vom Unterheutal hinauf, mit denen der ganze Ort angeschlossen werden könne.

Zahlen zum Ausbau der Kreisstraße 6754

Auf 1050 Quadratmetern mussten Amphibien vergrämt werden, 6300 Quadratmeter wurden gerodet, 11 000 Quadratmeter Asphalt wurden gefräst, 9700 Kubikmeter Boden wurden eingebaut. Auf 13 200 Quadratmetern wurde am Ende eine Asphaltdeckschicht eingebaut. Die Stadt hat 280 Meter Kanäle verbaut, 490 Quadratmeter Gehwege gebaut, 2600 Meter Datenkabelleerrohre verlegt. Die Stadtwerke haben zudem einen 620 Meter langen Wasserleitungsgraben ausbuddeln lassen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro, von denen der Kreis 1,17 Millionen, die Stadt knapp 200 000 und die Stadtwerke 34 000 Euro tragen. rene

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