Bahnverkehr Zum ersten Mal fabrikneues Gleis auf der Alb-Bahn

Lokomotive und Dieseltriebwagen brachten die Schienen am Donnerstag in den Münsinger Bahnhof.
Lokomotive und Dieseltriebwagen brachten die Schienen am Donnerstag in den Münsinger Bahnhof.
swp 11.07.2018

Für die Schwäbische Alb-Bahn ist das Jahr 2018 ein ganz besonderes. Ende September, Anfang Oktober feiert die SAB das 125-jährige Jubiläum der Bahnstrecke Honau-Münsingen, wofür die Vorbereitungen auf vollen Touren laufen. Doch gilt es auch, ein anderes historisches Datum zu würdigen. Tatsächlich ereignete sich am vergangenen Donnerstagabend etwas für die Alb-Bahn Einmaliges.

Punkt 20 Uhr rollte ein von der badischen Lok 20 gezogener Zug in den Münsinger Bahnhof ein, beladen mit 180 Tonnen fabrikneuen Schienen, jede 60 Meter lang, geladen allesamt über vier Flachwagen.

Eingebaut werden sie auf neuen Betonschwellen seit Montag bis Samstag, 14. Juli, auf einer Länge von einem Kilometer hinter der Einfahrtsweiche 18 in Richtung Schelklingen.

1901 in Betrieb gegangen

Das hat es in den 125 Jahren seit Bestehen der Bahnstrecke Honau-Münsingen noch nie gegeben, auch nicht auf dem 1901 in Betrieb gegangenen Teilstück zwischen Münsingen und Schelklingen. Mit der klitzekleinen Ausnahme von 80 Metern für den Bahnübergang Ödenwaldstetter Straße in Marbach wurde die Alb-Bahn wie alle anderen Nebenbahnen auch, stets mit gebrauchten, für die Hauptstrecken nicht mehr tauglichen Schienen versorgt.

Geordert hat die Gleise das Eisenbahninfrastrukturunternehmen ENAG, die Betreiberin der Bahnstrecke. Der Transport von Schelklingen aus war Sache der SAB, die heuer aus der Not allerdings wieder eine Tugend machen musste. Normalerweise ist der Transport von Schwerlasten eine Sache für die Diesellok V100. Doch das SAB-Arbeitstier wird gerade gewartet. Die Münsinger Bahnverwaltung entschied sich für ein Lokomotivsandwich. Gezogen von der Lok 20, angeschoben vom Dieseltriebwagen VT 411, schnaufte das mit zusammen mit den Schienen 240 Tonnen schwere Gespann langsam, aber sicher Schandental und Schmiechtal hinauf. Keine der beiden Loks hätte das alleine geschafft.

Eine kleine Schar von SAB-Aktiven, die im Lokschuppen soeben eine ihrer vorbereitenden „Jubiläumssitzungen“ zu Ende gebracht hatten, nahm Zug und Fracht freudig in Empfang.

180

Tonnen wiegen die fabrikneuen Schienen, die in Richtung Oberheutal verlegt werden.

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