Sind erst einmal die Baugenehmigungen da, sollen in den „BTs“ (Bâtiment troupe, ehemalige Soldatenschlafräume) entlang der Biosphärenallee  flott die Handwerker  loslegen. Die  acht Firmenchefs  jedenfalls, die dort ihre Manufakturen einrichten, stehen in den Startlöchern: Flomax  mit  der Fertigung von Wollbekleidung, Hoeschele mit Strickwaren aus Merinowolle, das Wollwerk, eine  Initiative von  Woll- und Fellverarbeitern  sowie Schäfern, widmet sich alten Handwerkskünsten und Traditionen. Das Lagerhaus  will künftig in einem BT Seife und Naturpflegeprodukte, im anderen Schokolade und Kaffee  herstellen. Ausemländle produziert Regionales, zum Beispiel  Essigspezialitäten, die  Ölmühle Fischer native Öle. Die Nudelmanufaktur Tress hat eigens Maschinen angeschafft,  bei denen man  die einzelnen Schritte vom Teig zur Nudel  mitverfolgen kann. Und das ist allen Betrieben gemeinsam: Die Besucher  bekommen überall Einblick in den jeweiligen Arbeitsprozess. Dass man  die Produkte vor Ort einkaufen kann, versteht sich von selbst.

 Mit Kultur- und Kunstveranstaltungen ist man im Albgut schon  in  provisorisch hergerichteten Gebäuden gestartet: Im Atelierhaus sind Künstler  wie der Social Media Artist Wolf Nkole Helzle bei der Arbeit, und am kommenden Samstag kann man einen ersten Eindruck  von  Edith Koschwitzs Kulturhaus  gewinnen (siehe Events im Infokasten). Außerdem hat das Albmalermuseum regelmäßig geöffnet, im Feuerwehrmuseum kann man Führungen  buchen,  auch das  Militärmuseum ist jetzt unter neuem Dach: Gegenüber der Königlichen Post   wird es gerade eingerichtet. Zur  überarbeiteten Konzeption gehören Informationen über die Geschichte des Albgut, die Visionen, so Annegret Tress,  die zusammen mit ihrem Mann das  72 Hektar große Areal verwaltet.

Inzwischen wird  noch  am Marketingkonzept gefeilt. Für das ist  Elisabeth Zeeb zuständig, die gleichzeitig ihre Bachelorarbeit zum Thema Kulturfestival im Albgut schreibt. Außerdem  muss noch einiges bei der Infrastruktur auf die Reihe gebracht werden. Dazu zählen unter anderem  eine gute Internetanbindung und eine autarke Energieversorgung.

  Für Verwaltung,  Betreuung von Gästen und Anlage braucht es natürlich Mitarbeiter. Zurzeit, sagt Annegret Tress, gibt es im Albgut zehn Arbeitsplätze, „und die Zahl wird ständig aufgestockt.“ Die Prognosen: Bis 2025  rechnet die Chefin mit rund 200 Frauen und Männern, die in der denkmalgeschützten Anlage ihr Geld verdienen. Vor allem den  internationalen Tourismus will das Ehepaar Tress pushen,  dazu „auch den asiatischen Raum ansprechen“.  Bis zu 300 Betten, in verschieden Kategorien,  soll es bis dahin  auf dem weitläufigen Gelände geben. Im Moment  stehen 100 Betten  in einfachen Zimmern zur Verfügung. Die werden meist von Hochzeitsgästen gebucht. Denn  Hochzeiten sind, seit  Tress 2015 das ehemalige Alte Lager übernommen hat, das Kerngeschäft im Albgut. Feiern kann man  – edel, rustikal und   sogar mit bis zu  600 Gästen – im Württemberg Palais,  in den Getreidespeichern,  voraussichtlich im Herbst auch in der Alten Schmiede.

Die nächste Location, die für Feste aller Art fertig wird, ist die Königliche Post,  das ehemalige Economat. Dort  übernimmt das Lagerhaus  das Catering, eröffnet im Sommer ein Café in diesen Räumen. In den Oberstock ziehen die Mitarbeiter der  Verwaltung ein.

 Standesamtlich kann man im  Schloss Albgut heiraten, kirchlich in der Kapelle. Die hat jetzt auch einen Namen, nämlich Franziskuskapelle. Das Gebäude ist  innen restauriert,  außen fehlt noch der Anstrich. Der Rahmen am Türportal jedenfalls wird rot gestrichen, die Farbprobe ist bereits aufgetragen. Denkmalamt und Brandschutz sind  bei den Sanierungsarbeiten immer mit im Boot.

 Es  gibt noch viel zu tun, Projekte sind im Planungs- oder im Genehmigungsprozess, zum Beispiel  verschiedene Outdoor-Aktivitäten vom Discgolf bis zur Kletterwand  an den ehemaligen Kohlebunkern. Annegret Tress jedenfalls freut sich, dass im Laufe des Jahres  peu à peu  immer weitere Gebäude und Angebote  dazu kommen, „wir nach außen präsentieren können, dass hier etwas entsteht“.

Straßen bekommen neue Namen


Die französischen Namen verschwinden, im Albgut gibt es neue Straßenschilder. Die Hauptstraße, einst Avenue de France,  wird jetzt zur  Biosphärenallee.  Von ihr aus zweigt zum Beispiel die Speicherstraße ab, sie führt zu den Hallen, in den unter anderem schön & gut stattfindet.  Flanieren können Besucher auch über die Stall- und Museuemstraße, über den Kavallerie-  und Kapellenweg, zum Kohlenhof oder zum Königspark.

Eventtermine im Albgut


„Alblandschaft“ ist Titel der Ausstellung, die am Samstag, 24. März, eröffnet wird. Zehn Maler präsentieren im BT 24  ihre Werke.
Am 10. Juni findet, bereits zum zweiten Mal, der Radtag  mit diversen Aktionen statt.
Von April bis Oktober gibt es jeden 3. Sonntag Führungen durchs Gelände. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Die offizielle Eröffnung  der Anlage ist für September/Oktober  geplant.