Münsingen Wilde Gestalten erobern Münsingen

Münsingen / MARIA BLOCHING 14.01.2013
96 Umzugsgruppen waren für den Fasnetsumzug angemeldet, letztlich kamen etwas weniger. Die Besucher freuten sich darüber, denn trotzdem mussten sie gut zweieinhalb Stunden bei eisiger Kälte ausharren.

Schon vor Umzugsbeginn bot die Innenstadt ein buntes und gutgelauntes Bild. Rund 3800 Hästräger und Musiker sorgten für närrisches Treiben und wärmten sich schon einmal mit Glühwein und Roter Wurst auf. Dieser gestrige Umzug stellte den ersten in der Region dar, manche Narren waren dem Anschein nach noch nicht ganz in der Saison angekommen. Sie ließen es eher gemächlich anlaufen, während andere gleich ausgelassen, wild und überschäumend durch die Straßen preschten.

Eine echte Besonderheit war die große Vielfalt der Fasnetsmasken und Häs, viele von ihnen können nur selten im Umkreis bestaunt werden. So wie die Torf-Hexen aus Einsingen, die Rastatter Staffelschnatzer, die Illerthaler Waldschrath, die Giengener Panscherhexen, die Schozachtalnarren oder die Klosterwaldhexen aus Glatten. Der Münsinger Hexenmeister Winfried Leichtle freute sich über die aus nah und fern angereisten Narren und hatte gemeinsam mit den Hungerberghexen am Samstag die Stadt festlich mit rot-weißen Bändel geschmückt. Allerdings hätten es durchaus noch mehr Zuschauer sein können, lediglich in der Innenstadt standen sie dicht an dicht, um mittendrin im Geschehen zu sein. Schon entlang der Hauptstraße dünnte sich die Zuschauermenge aus, ab der AOK und die Schillerstraße hinauf bis zur Alenberghalle konnten kaum mehr Neugierige ausgemacht werden. Da mussten sich die närrischen Gesellen mächtig anstrengen, um ihre Stimmung bis in die Halle und ins Barzelt zu retten. Rund 250 Mitglieder der Hungerberghexen waren im Einsatz und schon im Vorfeld gab es viel zu organisieren und zu tun.

Leichtle zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden und führte gut gelaunt mit Armin Przirembel von den Münzdorfer Goischter durchs Programm. Sie bekamen wie die Zuschauer prächtige Pyramiden und Hexenbesentänze präsentiert, durften hier und da einen Schluck aus der Schnapsflasche nehmen und wärmten sich angesichts des frohen Tänzchens der Gomaringer Käsperle und deren Musik auf. Narrenrufe galt es richtig wiederzugeben, wer dies nicht schaffte, musste damit rechnen, mit einem Konfettiregen, einem Stempel auf die Wange oder sogar einer Entführung bestraft zu werden. Wilde, garstige Rabauken wälzten sich mit Mädchen am Boden, zündeten Böller und stellten sich tot. Doch schnell waren sie wieder auf den Beinen und trieben aufs Neue ihr Unwesen. In Münsingen hat mit diesem Umzug die Fasnet begonnen, die Hungerberghexen selbst nehmen in dieser Saison an zehn Umzügen teil.