Sie halten sich tagtäglich bereit, um Patienten, Bewohner, Besucher sowie Mitarbeitende zu retten: Nun hielt die Werkfeuerwehr des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg am Standort Zwiefalten ihre Jahreshauptversammlung ab. Das Team um Kommandant Armin Pangerl ist gut aufgestellt: 18 Männer und zwei Frauen zählt die ZfP-Werkfeuerwehr in Zwiefalten. Bei der Jahreshauptversammlung galt es, die Ergebnisse der kurz vorher stattfindenden Wahl zu verkünden: Armin Pangerl, der der Werkfeuerwehr bereits seit zehn Jahren vorsteht, wird für weitere fünf Jahre Kommandant bleiben. Auch sein Stellvertreter Herbert Ott wurde wiedergewählt. Florian Bayer ist ab sofort zweiter stellvertretender Kommandant.

Viele Einsätze bei Suchaktionen

Die Betriebsdirektorin des ZfP Südwürttemberg Karin Wochner gratulierte zur Wiederwahl. „Sie stehen bereit, um Menschen zu retten“, wendete sich Wochner an das gesamte Team. „Ich danke ihnen herzlich für ihr unverzichtbares und tolles Engagement.“ Die Werkfeuerwehr bringe geballte Mann- und Frauenpower mit und habe herausragende Kenntnisse von der Liegenschaft. Auch den gemeinsamen Austausch und die zielorientierte Zusammenarbeit mit den Werkfeuerwehren der ZfP-Standorte Bad Schussenried und Weissenau hob Wochner als sehr positiv hervor. Auch Werkfeuerwehrkommandant Pangerl bekräftigte: „Mit euch macht die Arbeit immer Spaß.“

Pangerl, der durch die Veranstaltung führte, blickte mit den Gästen auf 2019 zurück. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren hatte die Werkfeuerwehr weniger Einsätze zu bewältigen – 29 an der Zahl. Das Team rückte für drei Brandeinsätze, unter anderem bei einem Brand der Papierhandtücher auf einer Toilette, bei einem Wassereinbruch nach Starkregen und neun Fehlalarmen aus, die zum Beispiel durch Rauchentwicklung bei Umbauarbeiten ausgelöst wurden. Die meisten Einsätze hatte die Feuerwehr jedoch bei Personensuchen. Von 16 vermissten Patientinnen und Patienten wurden elf wieder gefunden, die anderen kamen von allein auf ihre jeweilige Station zurück.

Der Kommandant stellte die gute Zusammenarbeit mit befreundeten Wehren, „die uns immer tatkräftig unterstützen“, und der Polizei Zwiefalten heraus. Man helfe sich gegenseitig. So vermittelte die Werkfeuerwehr beispielsweise einen Dolmetscher aus dem ZfP an die Polizei, sodass diese einen Fall rasch aufklären konnte. Auch zur Freiwilligen Feuerwehr Zwiefalten besteht reger Kontakt. Die beiden Wehren führten 2019 eine gemeinsame Übung in der sogenannten Wärmezentrale durch.

Tatkräftige Unterstützung

2019 nahmen die Feuerwehrleute an weiteren 23 Übungen teil. Zudem haben sie 119 Mitarbeitende des ZfP Südwürttemberg geschult. Ausgehend von rund 700 ZfP-Angestellten am Standort Zwiefalten habe die Werkfeuerwehr in den letzten vier Jahren 86 Prozent von ihnen zu Brandschutzhelfern ausgebildet. Pangerl berichtete anschaulich über weitere Lehrgänge, Prüfungen, der Stellprobe mit der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Riedlingen sowie den Übungsstand beim Tag der offenen Tür.

Im Mai besuchte das Team bei einer Infofahrt die befreundete Wehr des ZfP Reichenau. Herbert Ott, der im ZfP Zwiefalten auch für seine Kabarett-Auftritte bekannt ist, präsentierte den Gästen einen amüsanten, „kurzen und knackigen“ Rückblick auf den Ausflug. Dem Team sprach er in zwei Funktionen seinen Dank für das hohe Engagement aus: als Vertreter des örtlichen Personalrats und als stellvertretender Kommandant. „Wir haben sogar zwei Personen gefunden, die waren noch gar nicht vermisst“, scherzte Ott. Pangerl bedankte sich zu guter Letzt bei der Klinikleitung, „die immer ein offenes Ohr hat“, und bei seinen Kameradinnen und Kameraden: „Eure Unterstützung ist mir wichtig.“