Landesweit ist der umgebaute Linienbus im Auftrag des baden-württembergischen Landesverbandes der Dehoga unterwegs, um an Schulen und auf Ausbildungsmessen für die Berufe im Hotel- und Gastronomiegewerbe zu werben. Am Donnerstag machte das „GastroMobil“ nun an der Schillerschule in Münsingen Station, vier Schulklassen mit rund 90 Schülern der Gemeinschaftsschule besuchten das Angebot und informierten sich über die Ausbildungen zur Hotelfachfrau, zur Restaurantfachkraft und zum Koch – wobei alle Berufe inzwischen beiden Geschlechtern offen stehen, wie die Ausbildungsberater gleich mehrfach betonten.

Mit dabei: Ein Koch wie er im Buche steht – natürlich mit glänzender Karriere. Siggi Lechler, der als 60-Jähriger bereits auf viele Stationen in der Küche zurückblicken kann, und auf Hawaii, auf Kreuzfahrtschiffen und in gehobenen Restaurants und Hotels in Deutschland gearbeitet hat. Derzeit ist Lechler in der Formel 1 tätig – und berät außerhalb der Saison junge Menschen für die Dehoga auf dem Weg in die Gastronomiebranche.

Samt gemütlicher Lounge

Dazu zeigt Lechler den Schülern in einem zur gemütlichen Lounge ausgebauten Bereich des Busses Filme der Dehoga mit echten Auszubildenden und bespricht diese anschließend, gewürzt mit eigenen Erfahrungen und Antworten auf die Fragen der Schüler. „Gefragt wird immer nach dem Gehalt“, sagt Lechler, der die Fokussierung hierauf ein wenig bedauert. Allerdings nicht, weil gerade das Gastgewerbe in diesem Bereich nicht glänzen kann. „Wer Gas gibt, kann schnell Karriere machen und gut verdienen“, ist seine Erfahrung. Und schließlich gäbe es die Trinkgelder auf das Gehalt obendrauf.

Die Arbeitszeiten allerdings seien nicht einfach, die Vereinbarkeit mit der Familie mitunter „schwierig“, sagt Lechler ehrlich. Doch auch hier seien andere Arbeitsmodelle möglich, etwa in Großküchen und Kantinen oder in Heimen.

Mit auf den Weg geben will Lechler den Schülern auf jeden Fall, dass die Zeugnisnoten in der Gastronomie nicht entscheidend seien. „Der Faktor Mensch ist das wichtigste“, so der Ausbildungsberater. „Man braucht bei uns eine Menge Teamfähigkeit. Wir leben von der Kollegialität.“ Und: Man müsse für den jeweiligen Beruf brennen und mit dem Herzen dabei sein, das merke dann der Chef auch ebenso wie der der Gast.

Das „GastroMobil“ jedenfalls kam bei den Schülern gut an, neben der Ausbildungsberatung bei Koch Lechler boten interaktive Spielstationen weitere Informationen und gaben Einblicke in die vielfältigen Ausbildungsberufe.

2


Schulen besucht das „GastroMobil“ der Dehoga nach Möglichkeit pro Tag. Am Wochenende ist es auf Berufsmessen im Einsatz. Die Kampagne erreicht 18 000 Jugendliche pro Jahr.