Münsingen Wer ersteigert, muss bar zahlen

Vor dem Versteigerungsbeginn wurden die Fundsachen von den Kaufinteressenten in Augenschein genommen, sei es der Schmuck (links) oder die Fahrräder. Fotos: Reiner Frenz
Vor dem Versteigerungsbeginn wurden die Fundsachen von den Kaufinteressenten in Augenschein genommen, sei es der Schmuck (links) oder die Fahrräder. Fotos: Reiner Frenz
Münsingen / REINER FRENZ 27.03.2012
Etwa 50 Interessenten, so viele wie lange nicht mehr, fanden sich kürzlich zur Versteigerung von Fundsachen am Münsinger Rathaus ein. Die meisten Gegenstände, darunter viele Fahrräder, fanden neue Besitzer.

Strahlender Sonnenschein am Donnerstagnachmittag: Schon eine halbe Stunde vor Versteigerungsbeginn haben sich zahlreiche Bürger eingefunden, um die Gegenstände unter die Lupe zu nehmen, die ab 17 Uhr versteigert werden sollen.

Auffallend war der silberne Motorroller vor den Rathaus-Stufen. Er war allerdings kein Fundobjekt, sondern wurde einem mehrfach auffällig gewordenen Alkoholsünder, der zurzeit eine Haftstrafe verbüßen muss, abgenommen. Sechs Jahre ist er alt, 5800 Kilometer hat er auf dem Tacho und jetzt einen neuen Besitzer. 340 Euro brachte das Fahrzeug ein, die allerdings an die Staatskasse gehen.

Punkt 17 Uhr legte "Auktionator" Berthold Huber los. Die Regeln der Versteigerung waren schnell erzählt: "Wir übernehmen keine Garantie. Und wer etwas ersteigert, muss in bar bezahlen". Alles klar. Im Halbkreis hatten sich die Interessenten aufgestellt. Dem Roller folgten die Fahrräder, 15 dürften es gewesen sein, allerdings in recht unterschiedlichem Zustand. Was sich in den Versteigerung ganz konkret niederschlug.

Die Räder waren zuvor durchaus fachmännisch begutachtet worden: Taugt die Federung noch? Sind die Gänge schaltbar, funktionieren die Bremsen? Je nach Ergebnis dieser Prüfung legten sich die Interessenten anschließend ins Zeug. Gleich das erste Rad war heiß begehrt. 20 Euro lautete das Anfangsgebot. Erst bei 80 Euro war Schluss, fand sich niemand mehr, der vor Hubers "Zum Dritten" noch mal fünf oder zehn Euro drauflegen mochte.

Das meiste Geld brachte ein MTB-Kinderfahrrad in hervorragendem Zustand, das für 105 Euro wegging. Fünf der Räder fanden allerdings keinen Käufer. Das galt auch für einen durchaus schmucken Holzschlitten mit Stoffsitzfläche, der vom Verwaltungsteam um Andreja Rokavec und Ulrike Bleher auf ein Anfangsgebot von 30 Euro gesetzt worden war. Hätte es bei der Versteigerung geschneit, wäre das wohl anders gewesen. Da wunderte es weniger, dass die ohnehin defekte Kunststoff-Sitzbank (5 Euro) nicht gefiel, auch das Skateboard (ebenfalls 5 Euro) fand keinen Abnehmer. Dafür die Fahrradpumpe und einige der erstaunlich wenigen Regenschirme, auch die Taucherbrille und der Reiterhelm gingen weg und ein paar der Schmuckstücke.

Am Ende freute sich Andreja Rokavec vom Amt für öffentliche Ordnung über Einnahmen in Höhe von 563,50 Euro, die in die Stadtkasse fließen werden. "Die Fundgegenstände der vergangenen zwei Jahre sind fast vollständig veräußert worden, was ein großer Erfolg ist".

Info Versteigert wurden Fundgegenstände, für die sich auch nach einem halben Jahr kein Besitzer gefunden hat und die auch vom Finder nicht gegen eine Gebühr übernommen wurden.